Amazon streicht weitere 16.000 Stellen – Zweite Entlassungswelle macht 30.000 Jobs zunichte Stellenabbau, insgesamt 30.000 Entlassungen, KI-Automatisierung, AWS betroffen

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Amazon streicht weitere 16.000 Stellen und kommt damit auf rund 30.000 Entlassungen. Betroffen sind vor allem Bürojobs in Verwaltung, AWS und Medienbereichen. Haupttreiber sind Umbau, Bürokratieabbau und der verstärkte Einsatz von KI.

Amazon streicht weitere 16.000 Stellen

Die Mail kommt selten überraschend, trifft aber trotzdem hart. Amazon legt beim Stellenabbau nach und streicht weitere 16.000 Arbeitsplätze. Damit erreicht der Konzern nun genau jene Zahl, über die im vergangenen Herbst bereits spekuliert wurde: rund 30.000 Jobs weniger. Die damals angekündigten 14.000 Entlassungen waren also kein Ausrutscher, sondern nur der erste Akt.

Zweite Welle innerhalb weniger Monate

Erst im Oktober hatte Amazon offiziell bestätigt, weltweit 14.000 Stellen abzubauen. Nun folgt die nächste Runde, erneut mit ähnlicher Begründung. Der Konzern will sich verschlanken, Hierarchien abbauen und Entscheidungswege verkürzen. Betroffen sind vor allem Bürojobs in der Verwaltung, darunter die Cloud-Sparte AWS, das Einzelhandelsgeschäft, Prime Video sowie die Personalabteilung.

Insgesamt entspricht der Abbau etwa zehn Prozent der administrativen Belegschaft. Für die Betroffenen ist das kein Trost, für den Konzern jedoch Teil eines größeren Umbaus.

Amazon stellt sich neu auf – KI spielt eine zentrale Rolle

Offiziell spricht Amazon von organisatorischen Anpassungen. Weniger Managementebenen, weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung. Doch zwischen den Zeilen wird klar: Künstliche Intelligenz und Automatisierung sind ein zentraler Treiber. Amazon-Chef Andy Jassy hatte bereits im vergangenen Jahr offen davor gewarnt, dass der verstärkte Einsatz von KI langfristig Arbeitsplätze kosten wird.

Interne Berichte deuten darauf hin, dass Amazon durch Automatisierung bis 2027 die Einstellung von über 160.000 zusätzlichen Mitarbeitern vermeiden will. Das zeigt, wie grundlegend sich der Konzern strukturell neu ausrichtet.

90 Tage Schonfrist für interne Bewerbungen

Für betroffene Mitarbeiter in den USA gilt eine Frist von 90 Tagen, um sich konzernintern auf neue Stellen zu bewerben. International kann diese Frist je nach Arbeitsrecht variieren. Wer keine neue Position findet, soll Abfindungen und Übergangsleistungen erhalten. Konkrete Zahlen nennt Amazon nicht.

Personalchefin Beth Galetti betont, dass dies keine neue Dauerstrategie sei. Man plane nicht, nun alle paar Monate neue Kürzungsrunden anzukündigen. Solche Aussagen hört man in der Branche allerdings öfter und sie altern nicht immer gut.

Große Zahl, relativiert durch Konzern­dimensionen

30.000 gestrichene Jobs klingen dramatisch, wirken bei genauerem Hinsehen aber fast nüchtern. Amazon beschäftigte Ende 2025 weltweit rund 1,58 Millionen Menschen. Rein rechnerisch ist der Abbau also überschaubar. Für die Unternehmenskultur und das Sicherheitsgefühl der verbleibenden Mitarbeiter sieht das allerdings anders aus.

Es ist zudem der größte Stellenabbau seit 2023, als Amazon bereits 27.000 Jobs strich. Der Sparkurs reiht den Konzern in eine längere Liste ein. Auch Meta, Microsoft und andere Tech-Giganten korrigieren derzeit den massiven Personalaufbau aus der Pandemiezeit.

Einschätzung

Amazon macht ernst mit dem Umbau – und KI ist dabei nicht nur Werkzeug, sondern Auslöser. Für den Konzern ist der Schritt logisch, für viele Beschäftigte brutal. Die spannende Frage bleibt: Ist das nun der Abschluss einer Korrekturphase oder erst der Beginn einer dauerhaft kleineren Verwaltung? Wie schätzt ihr den Kurs ein: notwendige Straffung oder kalte Effizienzrechnung?

Kay

Mein Name ist Kay und ich beschäftige mich bereits seit über 20 Jahren mit Technik und Entertainment. Neben NerdsHeaven interessieren mich vor allem Smartphones, Games und PC-Hardware.

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