RAM wird 2026 teurer – und die Speicherkrise hat gerade erst begonnen RAM-Downgrades bei Smartphones, 4-GB-Comeback
Die steigenden RAM-Preise sind Teil einer langfristigen Speicherkrise. KI-Hardware bindet Kapazitäten bei Micron, Samsung und SK Hynix auf Jahre. Smartphones und Notebooks reagieren mit Downgrades, höheren Preisen oder längeren Produktzyklen.
Aktuelle Einschätzungen gehen von einer stärkeren Verschärfungen der Lieferschwierigkeiten bei DRAM und NAND Speicher aus, als bislang angenommen wurde. DRAM und NAND werden daher nicht nur kurzfristig teurer, sondern werden auf Jahre hinaus knapp bleiben.
Ein neues Smartphone einrichten, ein paar Apps installieren, kurz alles ausprobieren und nach wenigen Tagen merkt ihr: Der Speicher ist der Flaschenhals. Genau dieses Gefühl dürfte 2026 wieder häufiger auftreten. Doch was bisher wie ein temporärer Preisschub wirkte, entpuppt sich nun als langfristige Speicherkrise. Neue Einschätzungen zeigen: DRAM und NAND werden nicht nur kurzfristig teurer, sondern auf Jahre hinaus knapp bleiben. Der Grund liegt vor allem im unstillbaren Hunger der KI-Branche.
Speicherpreise explodieren – kein Ende in Sicht
Schon bisher rechneten Marktbeobachter mit steigenden Preisen ab Anfang 2026. Inzwischen ist klar: Das ist keine Delle, sondern ein strukturelles Problem. Micron, Samsung und SK Hynix, die zusammen über 90 Prozent des Weltmarkts für Speicherchips kontrollieren, sind auf Jahre ausgebucht. Der Fokus liegt zunehmend auf HBM-Speicher für KI-Server, der deutlich höhere Margen verspricht als klassischer DRAM für Smartphones oder Notebooks.
Für Endgeräte bedeutet das: Selbst wenn Hersteller zahlen wollen, bekommen sie Speicher nicht unbegrenzt. Die Preise steigen weiter, und Entspannung ist vorerst nicht absehbar.
Hersteller reagieren mit Downgrades statt Upgrades
Was sich Ende 2025 bereits abzeichnete, wird nun wahrscheinlicher. Statt größerer RAM-Ausstattung drohen systematische Downgrades. Interne Berichte aus der Lieferkette deuten darauf hin, dass 12-GB-Varianten in vielen Smartphone-Klassen zurückgedrängt werden. 16 GB bleiben wohl nur noch wenigen Premium- oder Spezialmodellen vorbehalten.
Gleichzeitig erlebt 4 GB RAM im Einstiegssegment ein unschönes Comeback. 6 oder 8 GB könnten zur neuen „Normalität“ werden, selbst dort, wo zuvor mehr üblich war. Auf dem Datenblatt wirkt das harmlos, im Alltag ist es das nicht.
Android stärker betroffen, Apple mit mehr Spielraum
Besonders unter Druck stehen Android-Hersteller im Mittel- und unteren Segment. Speicher ist dort ein zentrales Verkaufsargument, aber auch ein relevanter Kostenfaktor. Viele Geräte nutzen verlöteten RAM, was flexible Anpassungen erschwert. Die Folge: längere Produktzyklen, regionale Unterschiede bei der Ausstattung oder schlicht weniger Speicher pro Generation.
Apple sitzt in einer etwas bequemeren Position. Statt die Ausstattung zu senken, kann der Konzern eher an Preisen oder Rabatten drehen. Ob das für Käufer angenehmer ist, steht auf einem anderen Blatt.
Weniger RAM trifft den Alltag härter als früher
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Weniger RAM fällt heute schneller auf als noch vor ein paar Jahren. Multitasking leidet, Apps werden aggressiver aus dem Speicher geworfen, und Ladezeiten häufen sich. Dazu kommt ein neuer Faktor: lokale KI-Funktionen. Sprachmodelle, Bildverarbeitung und System-KI mögen keinen knappen Arbeitsspeicher. Was früher „noch okay“ war, fühlt sich 2026 schneller zäh an.
Notebooks: Verzögerte, aber spürbare Folgen
Im Notebook-Markt puffern Lagerbestände die Entwicklung noch etwas ab. Doch ab Q2 2026 dürften die Effekte klarer sichtbar werden. Besonders schlanke Premium-Notebooks mit verlötetem RAM geraten unter Druck. Im Budget-Bereich verhindern Mindestanforderungen der Betriebssysteme extreme Kürzungen, sodass Preisanpassungen wahrscheinlicher sind als technische Einschnitte.
Einschätzung
Was wir gerade sehen, ist keine kurze Speicherflaute, sondern der Beginn einer längeren Durststrecke. KI-Server verdrängen Smartphones und Notebooks zunehmend aus der Prioritätenliste der Speicherhersteller. Für uns bedeutet das: mehr Geräte mit „ausreichender“ statt komfortabler Ausstattung und das über mehrere Jahre. Wie geht ihr damit um: lieber weniger RAM akzeptieren oder bewusst tiefer in die Tasche greifen?

Xendric
17.12.2025, 16:14Weder noch, eine künstliche Verknappung, nichts anderes ist das in diesem Fall, kann nur mit einer Reaktion beantwortet werden.
Ich werde einfach für eine längere Zeit keine neuen Produkte mehr kaufen. Ich habe einen relativ neuen Gaming Laptop, ein IPhone 15pro, welches mir auch noch reicht und in nächster Zeit sind keine Anschaffungen geplant.
Wenn die Verkaufszahlen einbrechen, ich hoffe das noch mehr Konsumenten ähnlich denken, machen sich die Hersteller vielleicht irgendwann Gedanken und finden einen anderen Weg.
Ein Rückschritt ist fast immer ein Schritt in die falsche Richtung. 🤷🏻♂️