Amazon Prime: Sammelklage gegen Preiserhöhung gestartet – Anmeldung jetzt möglich Sammelklage Prime, Preiserhöhung 2022, unwirksame AGB-Klausel

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Gegen Amazons Prime-Preiserhöhung von 2022 läuft eine Sammelklage. Gerichte halten die Erhöhung für unwirksam. Betroffene können sich jetzt kostenfrei anmelden und bis zu 60 Euro zurückfordern.

Amazon Prime: Sammelklage gegen Preiserhöhung gestartet

Langjährige Prime-Nutzer können sich ab sofort einer Sammelklage gegen Amazon anschließen. Die Verbraucherzentrale NRW geht gegen eine Preiserhöhung aus dem Jahr 2022 vor, die nach Auffassung der Gerichte ohne wirksame Zustimmung der Kunden erfolgte. Wer teilnahmeberechtigt ist, kann sich kostenfrei eintragen und hat aktuell Aussicht auf bis zu 60 Euro Rückzahlung, abhängig vom Abo-Modell und der Dauer des Verfahrens.

Worum es geht: Preiserhöhung ohne Zustimmung

Amazon hatte die Preise für Amazon Prime zum 15. September 2022 angehoben. Bei monatlicher Zahlung stieg der Preis von 7,99 auf 8,99 Euro, bei jährlicher Zahlung von 69 auf 89,90 Euro. Auch das Studentenabo wurde teurer. Nach Ansicht der Verbraucherschützer geschah das einseitig auf Basis einer AGB-Klausel, die nicht rechtens war.

Diese Einschätzung teilen inzwischen Gerichte: Anfang 2025 gab das Landgericht Düsseldorf der Verbraucherzentrale Recht und erklärte die Preiserhöhung für unwirksam. Amazon habe die Preise erhöht, ohne die ausdrückliche Zustimmung der Abonnenten einzuholen. Das Unternehmen widerspricht, verlor jedoch bereits in zwei Instanzen.

Sammelklage beim OLG Hamm: So könnt ihr mitmachen

Auf Grundlage der Urteile hat die Verbraucherzentrale NRW eine Abhilfeklage beim Oberlandesgericht Hamm (Az. I-13 VKl 1/25) eingereicht. Das Klageregister beim Bundesamt für Justiz ist geöffnet, eine Anmeldung ist kostenlos möglich.

Voraussetzung ist unter anderem, dass das Prime-Abo vor dem 26.07.2022 abgeschlossen wurde. Ob ihr teilnahmeberechtigt seid, lässt sich über ein Prüftool der Verbraucherzentralen klären. Die Verbraucherzentrale strebt an, die zu viel gezahlten Beträge für alle Teilnehmenden gesammelt zurückzuerstreiten.

Wie viel Geld steht im Raum?

Je nach Abo-Modell summieren sich die seit 2022 über dem alten Preis gezahlten Beträge aktuell auf bis zu rund 60 Euro pro Person. Da sich Verfahren dieser Art ziehen können, ist nicht ausgeschlossen, dass die Summe mit der Zeit weiter anwächst.

Hochgerechnet auf den Gesamtmarkt wird das Thema schnell groß: Branchenkenner gehen von über 20 Millionen Prime-Abonnenten in Deutschland aus. Sollten sich viele Betroffene beteiligen und Amazon am Ende verlieren, könnten Rückzahlungen bis zu 1,2 Milliarden Euro fällig werden. Amazon veröffentlicht dazu keine offiziellen Kundenzahlen.

Amazon zieht weiter vor Gericht

Trotz der Niederlagen hält Amazon an seiner Position fest und hat angekündigt, vor den Bundesgerichtshof zu ziehen. Das Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig. Parallel läuft bereits eine weitere Sammelklage in Deutschland, die sich gegen Werbeunterbrechungen bei Prime Video richtet. Ein erstes Gericht erklärte diese Änderungen Ende 2025 ebenfalls für rechtswidrig.

Einschätzung

Der Fall zeigt, wie relevant transparente Zustimmung bei Abo-Änderungen ist – gerade bei Diensten mit Millionen Nutzern. Die Sammelklage senkt die Hürde für Betroffene erheblich und könnte Signalwirkung für andere Anbieter haben. Ob Amazon am Ende zahlt, entscheidet sich jedoch erst in der letzten Instanz.

Habt ihr Prime schon vor 2022 genutzt und erwägt ihr die Anmeldung oder wartet ihr erst das BGH-Urteil ab?

Kay

Mein Name ist Kay und ich beschäftige mich bereits seit über 20 Jahren mit Technik und Entertainment. Neben NerdsHeaven interessieren mich vor allem Smartphones, Games und PC-Hardware.

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