Chrome lässt Gemini für euch surfen – Googles Auto-Browse bringt den Agenten-Browser Gemini in Chrome, Auto Browse, agentisches Browsing, KI-Workflows
Google integriert mit Auto Browse einen KI-Agenten in Chrome, der mehrstufige Web-Aufgaben selbstständig erledigt. Das Feature startet als Preview für zahlende Nutzer in den USA. Neue Sicherheitsmechanismen sollen Missbrauch verhindern.
Ein Flug suchen, fünf Tabs offen, drei Vergleichsportale, am Ende doch wieder zurück auf Start. Genau diese Art digitaler Fleißarbeit will Google euch jetzt abnehmen. Mit einer neuen Funktion namens Auto Browse bekommt Gemini in Chrome deutlich mehr Eigenständigkeit und übernimmt auf Wunsch komplette Surf-Abläufe für euch.
Vom Assistenten zum Browser-Agenten
Gemini ist in Chrome nicht neu. Seit der zweiten Jahreshälfte 2025 beantwortet die KI Fragen zu Webseiten, fasst Inhalte zusammen und hilft beim Recherchieren über mehrere Tabs hinweg. Mit Auto Browse geht Google nun einen Schritt weiter: Die KI klickt, sucht, vergleicht und erledigt Aufgaben selbstständig, statt euch nur Hinweise zu geben.
Google spricht bewusst von „agentischen Aktionen“. Chrome soll nicht mehr nur helfen, sondern Aufgaben aktiv ausführen, die bisher Zeit und Nerven kosten.
Was Auto Browse konkret erledigen kann
Die Liste der Einsatzgebiete liest sich wie ein Tagebuch moderner Internet-Frustration. Auto Browse kann Flüge und Hotels vergleichen, Termine vereinbaren, lange Online-Formulare ausfüllen oder Angebote von Handwerkern einholen. Auch wiederkehrende Aufgaben wie Spesenabrechnungen oder das Verwalten von Abos gehören dazu.
Spannender wird es bei komplexeren Szenarien. Findet ihr etwa ein Bild als Inspiration, zum Beispiel für eine Y2K-Party, analysiert Gemini das Motiv, sucht ähnliche Produkte und legt sie direkt in den Warenkorb. Das funktioniert multimodal, also mit Bild- und Textverständnis kombiniert.
Anmelden, einkaufen, aber nur mit Erlaubnis
Auf Wunsch kann Auto Browse sogar Logins übernehmen, indem es mit dem Google Passwortmanager zusammenarbeitet. Genau hier zieht Google aber klare Grenzen. Sensible Aktionen wie Käufe oder das Veröffentlichen von Inhalten erfordern explizite Bestätigung. Die KI arbeitet also nicht heimlich im Hintergrund, sondern bleibt an euch rückgekoppelt.
Neue Sicherheitsarchitektur gegen KI-Fehltritte
Weil ein klickender Browser-Agent auch neue Risiken birgt, hat Google die Sicherheitsarchitektur von Chrome deutlich erweitert. Herzstück ist der User Alignment Critic, ein separates Modell, das jede geplante Aktion prüft. Wichtig: Dieses System sieht nur Metadaten zur Aktion, nicht den Webseiteninhalt selbst. So können manipulierte Seiten keine versteckten Befehle einschleusen.
Zusätzlich darf Gemini nur mit den Domains interagieren, die direkt zur Aufgabe gehören. Wildes Herumspringen durchs Netz ist damit blockiert. Google behandelt agentisches Browsing sichtbar nicht als Spielerei, sondern als Hochrisiko-Funktion.
Wer bekommt das Feature und wer noch nicht
Auto Browse startet zunächst als Preview für Google AI Pro und AI Ultra Nutzer in den USA. Unterstützt werden Windows, macOS und Chromebooks, Smartphones bleiben vorerst außen vor. Ein globaler Rollout ist angekündigt, aber noch nicht terminiert.
Einschätzung
Auto Browse ist der erste Moment, in dem Gemini in Chrome wirklich Sinn ergibt. Statt ein weiteres Chatfenster zu sein, wird der Browser zum digitalen Erlediger. Ob das dauerhaft Vertrauen schafft, hängt von Transparenz und Zuverlässigkeit ab. Wenn Chrome das hält, was Google hier zeigt, könnte Surfen bald eher Delegieren als Klicken sein. Würdet ihr eurer Browser-KI solche Aufgaben anvertrauen?



