Dreame Leaptic Cube – Nun auch noch eine Action Cam! 8K-Video, 1/1,3-Zoll-Sensor, modulares Design, KI-Stabilisierung, P-Log, Sprachassistent

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Erst Küchengeräte, dann ein Auto und nun auch Actioncams. Dreame erweitert sein Portfolio mit einer Konsequenz, die selbst langjährige Technikbeobachter kurz innehalten lässt. Wo der Hersteller einst fast ausschließlich für Saugroboter mit ordentlich Rechenleistung stand, tauchen inzwischen Produkte auf, die thematisch kaum weiter auseinanderliegen könnten. Mit der Leaptic Cube betritt Dreame nun den Actioncam-Markt, ein Terrain, das bislang von Spezialisten dominiert wird. Die Frage liegt also auf der Hand: Handelt es sich um einen logischen nächsten Schritt oder um ein Experiment mit offenem Ausgang?

Dreame Leaptic Cube

Vom Haushaltshelfer zur Kamera

Dreame ist schon länger nicht mehr nur der Roboter-im-Wohnzimmer-Typ. In den letzten Monaten hat der Hersteller seine Produktpalette massiv ausgedehnt, von Mährobotern über Powerbanks bis hin zu Smartringen und Haushaltsgeräten. Eine Actioncam wirkt auf den ersten Blick dennoch wie ein kleiner Stilbruch. Andererseits: Kameras, Sensoren und KI-gestützte Bilderkennung gehören bei modernen Reinigungsrobotern längst zum Alltag. Ganz aus dem Nichts kommt dieser Schritt also nicht.

Große Zahlen auf kleinem Raum

Technisch liest sich das Datenblatt der Dreame Leaptic Cube selbstbewusst. Herzstück ist ein 50-Megapixel-Sensor im 1/1,3-Zoll-Format, der Videos mit bis zu 8K-Auflösung aufzeichnet. In 4K sind wahlweise 60 fps mit HDR oder 120 fps ohne HDR möglich, was besonders für Zeitlupen spannend ist. Das Objektiv bietet einen Blickwinkel von 155 Grad bei einer Blende von f/2.8. Für ambitionierte Videobearbeitung unterstützt die Kamera zudem P-Log in 10 Bit, der Dynamikumfang soll bei 13,5 Blendenstufen liegen.

Dreame Leaptic Cube

Modulares Design mit Déjà-vu Effekt?

Optisch setzt Dreame auf ein modulares Split-Design. Die eigentliche Kameraeinheit ist extrem kompakt, ergänzt wird sie optional durch ein magnetisch andockbares Modul mit 2,27-Zoll-Display und zusätzlichem Akku. Dieses Modul lässt sich auch separat nutzen und funkt laut Hersteller mit bis zu 30 Metern Reichweite und deutlich höherer Übertragungsrate. Neu ist diese Idee allerdings nicht: DJI Osmo Nano und Insta360 GO 3 verfolgen ein sehr ähnliches Konzept. Dreame schwimmt hier klar im aktuellen Actioncam-Trend mit, statt ihn neu zu definieren.

Dreame Leaptic Cube

KI überall, wo man hinschaut

Natürlich kommt auch die Leaptic Cube nicht ohne künstliche Intelligenz aus. Neben einer KI-gestützten Bildstabilisierung gibt es einen Nachtmodus mit KI-Unterstützung sowie einen Beauty-Modus für Selfies, der Gesichter analysiert und optimiert. Letzteres dürfte vor allem im asiatischen Markt auf Interesse stoßen. Ergänzt wird das Paket durch einen KI-Sprachassistenten, der per Sprachbefehl bei der Aufnahme helfen soll. Gesteuert wird die Kamera außerdem über die neue Leaptic-App, die bemerkenswerterweise auch mit GoPro-Kameras kompatibel ist.

Dreame Leaptic Cube

Laufzeit, Speicher und offene Fragen

Die Akkulaufzeit gibt Dreame mit bis zu 90 Minuten an, mit angestecktem Modul sollen bis zu 200 Minuten möglich sein. Gespeichert wird intern mit 64 oder 128 GB sowie zusätzlich auf microSD-Karten bis 1 TB. Ein Veröffentlichungsdatum nennt Dreame bislang nicht, Reservierungen sind aber bereits möglich.

Dreame Leaptic Cube

Einschätzung

Dreame geht mit der Leaptic Cube kein Risiko ein, zeigt aber Mut. Die technischen Daten sind stark, das modulare Konzept vertraut, und die KI-Funktionen passen zur bisherigen Marken-DNA. Ob das reicht, um sich gegen etablierte Namen wie DJI, GoPro oder Insta360 zu behaupten, wird erst ein Praxistest zeigen. Was meint ihr: Traut ihr Dreame den Sprung vom Saugroboter zur Actioncam zu, oder bleibt ihr lieber bei den bekannten Platzhirschen?

Daniel

Hey Ho, ich bin Daniel und nun auch offiziell ein NerdsHeaven Mitglied. Lange Zeit habe ich die Nerds im Hintergrund begleitet. Ich bin in der Redaktion tätig und gebe jetzt hier auch meinen Senf dazu.

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