Google ersetzt ChromeOS – Aluminium OS läutet das Ende einer 15-jährigen Ära ein ChromeOS-Ende, Aluminium OS, Android-Desktop
Google ersetzt ChromeOS schrittweise durch eine Android-basierte Plattform namens Aluminium OS. Viele Chromebooks erhalten ein Upgrade, ältere bleiben auf ChromeOS ohne neue Funktionen. Ziel ist ein leistungsfähigeres Desktop-System mit KI und vollem App-Ökosystem.
Der Moment, in dem ein Chromebook plötzlich mehr kann als nur Browser und Wolke, rückt näher. Google zieht nach rund 15 Jahren ChromeOS faktisch den Stecker und bestätigt einen tiefgreifenden Strategiewechsel. Das einst als radikal schlankes Cloud-Betriebssystem gestartete Projekt wird schrittweise durch eine Android-basierte Plattform mit Desktop-Oberfläche ersetzt. Der interne Codename dafür: Aluminium OS
ChromeOS verschwindet nicht sofort – aber aus dem Fokus
Ganz so dramatisch wie ein sofortiges Aus klingt das Ende nicht. Google plant vielmehr eine groß angelegte Migration, bei der viele aktuelle Chromebooks per Software-Update auf die neue Android-Basis wechseln. Dass ChromeOS in den vergangenen zwei Jahren kaum sichtbare Weiterentwicklungen erhalten hat, wirkt im Rückblick wie die Ruhe vor dem Umbau.
Wichtig für euch: ChromeOS wird nicht über Nacht abgeschaltet. Geräte, die das Upgrade technisch nicht stemmen, bleiben auf dem bekannten System und erhalten weiterhin Sicherheitsupdates, jedoch keine neuen Funktionen mehr. Innovation findet künftig ausschließlich auf der neuen Plattform statt.
Was Aluminium OS technisch anders macht
Aluminium OS setzt auf den Android-Kernel, bringt aber eine vollwertige Desktop-UI mit, die klar auf Tastatur, Maus und große Displays ausgelegt ist. Dazu kommt eine tiefe KI-Integration, die weit über das hinausgehen soll, was ChromeOS bislang geboten hat. Statt Browser-first lautet die neue Devise: Android-first, aber erwachsen.
Der größte Vorteil liegt auf der Hand. Androids riesiges App-Ökosystem wird endlich sinnvoll auf Notebooks nutzbar, ohne die bekannten Klimmzüge über Web-Apps oder Linux-Container. Aus Entwicklersicht bündelt Google damit Ressourcen, statt zwei Betriebssysteme parallel am Leben zu halten.
Zehn Jahre Support bleiben bestehen
Eine zentrale Frage betrifft die Update-Garantie. Google betont erneut, dass die zehnjährige Support-Zusage immer an die Hardware gekoppelt war, nicht an ChromeOS selbst. Wer also ein relativ aktuelles Chromebook besitzt, soll den Umstieg auf Android beziehungsweise Aluminium OS ohne Verkürzung der Supportdauer erhalten.
Ältere Modelle schauen funktional in die Röhre, bleiben aber zumindest sicher. Für Schulen und Unternehmen ist das ein nicht ganz unwichtiger Punkt.
Warum Google diesen Schritt jetzt geht
ChromeOS war mutig, clever und in bestimmten Märkten erfolgreich. Doch der große Durchbruch blieb aus. Ein reines Browser-Betriebssystem funktioniert hervorragend in klar umrissenen Szenarien, skaliert aber schlecht in den Massenmarkt. Android dominiert weltweit, und genau dort setzt Google nun an.
Statt eines klassischen Versionssprungs erleben wir einen kompletten Motortausch bei voller Fahrt. Das wird Umgewöhnung kosten, dürfte Chromebooks langfristig aber deutlich vielseitiger machen. Die spannende Frage bleibt: Reicht Android mit Desktop-UI, um Windows und macOS ernsthaft anzugreifen?
Einschätzung
Google beendet kein Produkt, sondern eine Idee, deren Zeit begrenzt war. ChromeOS hat den Weg bereitet, Aluminium OS soll ihn nun zu Ende gehen. Für viele Nutzer bedeutet das mehr Möglichkeiten, für Puristen den Abschied von einer klaren Philosophie. Wie dieser Spagat gelingt, wird sich erst im Alltag zeigen. Seid ihr bereit für Android auf dem Chromebook?
