Google startet Project Genie – KI baut spielbare Welten in Echtzeit, vorerst nur 60 Sekunden am Stück Genie 3 World Model, Echtzeit-Generierung, World Sketching mit Nano Banana Pro
Google rollt Project Genie für AI-Ultra-Nutzer in den USA aus und macht damit Genie 3 als World-Model-Prototyp nutzbar. Nutzer erstellen und erkunden interaktive Welten in Echtzeit, aktuell begrenzt auf 60 Sekunden pro Session. Qualität, Physik und Steuerung sind noch nicht immer stabil, sollen aber verbessert werden.
Manchmal wollt ihr einfach kurz irgendwo anders sein: auf einem endlosen Ozean, in einem Schneesturm am Bergkamm oder in einer Cyberpunk-Gasse mit Neonlicht und schlechter Laune. Google liefert dafür jetzt eine ziemlich direkte Abkürzung. Mit Project Genie bekommen erste Nutzer Zugriff auf Genie 3, ein sogenanntes World Model, das interaktive, spielbare Umgebungen live erzeugt, während ihr euch darin bewegt.
Was ein „World Model“ überhaupt ist
Ein World Model simuliert, wie sich eine Umgebung verhält: Was passiert, wenn ihr euch bewegt, wohin sich die Szene weiterentwickelt und wie Aktionen die Welt verändern. Google DeepMind betont den größeren Rahmen: Wer irgendwann allgemeine KI-Systeme bauen will, braucht Modelle, die nicht nur Schach oder Go können, sondern mit der Vielfalt von „echter Welt“ umgehen. Project Genie ist dafür ein öffentliches Experimentierfeld.
So funktioniert Project Genie in der Praxis
Ihr startet mit einer Beschreibung: Wie soll eure Welt aussehen, und wie wollt ihr sie erkunden: zu Fuß, reitend, fliegend oder fahrend, wahlweise in Ego- oder Third-Person-Perspektive. Danach legt ihr euren „Charakter“ fest, also ob ihr eine Person, ein Tier, ein Objekt oder etwas völlig anderes seid.
Bevor ihr loslegt, erzeugt Project Genie ein Vorschau-Bild („World Sketching“) mithilfe von Nano Banana Pro. Das soll euch erlauben, die Optik zu prüfen und per Bildanpassung nachzuschärfen, bevor ihr die Welt „betretet“. Erst dann startet ihr „Create world“ und ab da übernimmt Genie 3.
Echtzeit-Generierung: Der Weg entsteht beim Gehen
Der Kerntrick: Genie 3 generiert den Pfad vor euch in Echtzeit, basierend auf euren Eingaben und Bewegungen. Google spricht von einer neuen „Konsistenz“ bei Physik und Interaktionen, also weniger „alles wabert weg, sobald ihr euch umdreht“. Die Ausgabe läuft in 720p und mit 20–24 fps – spielbar, aber klar als Prototyp erkennbar. Außerdem könnt ihr die Kamera während der Erkundung anpassen und Videos eures Walkthroughs herunterladen.
Remix statt Neustart: Welten als Baukasten
Neben dem Erstellen gibt’s „Remix Worlds“: Ihr könnt existierende Welten nehmen, deren Prompts weiterdrehen und daraus neue Varianten bauen. Dazu gibt es eine Galerie kuratierter Welten und eine Art Zufallsgenerator für Inspiration. Das klingt nach „Prompt-Loop“, ist aber genau das, was solche Systeme schnell besser macht: viele Nutzungsarten, viele Datenpunkte, viele unerwartete Ideen.
Grenzen und Kinderkrankheiten: Google sagt’s selbst
Project Genie ist ausdrücklich ein Forschungsprototyp und hat harte Limits. Wichtigstes: Jede Session ist auf 60 Sekunden begrenzt. Außerdem warnt Google, dass Welten nicht immer promptgetreu sind, Physik manchmal kreativ auslegt und Figuren gelegentlich träge oder schwer kontrollierbar reagieren können, inklusive höherer Latenz.
Für später arbeitet Google an „promptable events“, also Ereignissen, die ihr während der Erkundung auslösen könnt, um die Welt dynamisch zu verändern. Das fehlt im aktuellen Prototype noch.
Wer bekommt Zugang und wann?
Der Zugriff startet ab heute für Google AI Ultra Abonnenten in den USA, 18+, und soll danach auf weitere Regionen ausrollen. Einen Termin für Europa nennt Google noch nicht.
Einschätzung
Project Genie wirkt wie ein Blick auf das, was nach Text- und Bildgeneratoren kommt: interaktive Generierung statt statischer Ergebnisse. Für Gaming, virtuelle Locations, Previz in Film/Animation oder Training für Robotik kann das ein richtig spannender Baustein sein – auch wenn 60 Sekunden aktuell eher „Teaser“ als „Weltreise“ sind. Würdet ihr damit lieber spielen, kreativ basteln oder seht ihr eher praktische Anwendungen?
