Huawei Mate X7 – Dünner, robuster, aber weiter mit angezogener Handbremse! Kirin 9030 Pro Chip, 8-Zoll-OLED-Display, variable Blende f/1.4–f/4.0, 5300mAh, 66 W Laden, HarmonyOS 6
Es gibt Momente, da möchte man einfach das Smartphone aufklappen, sich zurücklehnen und denken: „Wow, das ist schon verdammt cool.“ Genau darauf zielt das Huawei Mate X7 ab, ein Foldable, das mit seinem ultradünnen Design und erstaunlicher Robustheit beeindrucken will. Nach seinem China-Debüt wagt es nun den Sprung auf den globalen Markt, inklusive Deutschland. Doch zwischen beeindruckender Technik und altbekannten Einschränkungen klafft wie so oft bei Huawei eine kleine, aber deutliche Lücke.
NerdsHeaven.de ist Teil des Amazon Partnerprogramm und eBay Partner Network. Wir verdienen Provision für qualifizierte Käufe über Links auf unserer Seite, ohne Mehrkosten für euch. Das hat keinerlei Auswirkung auf unsere Bewertungen.
HUAWEI hat das Mate X7 nach der Premiere in Dubai nun offiziell für den deutschen Markt (Launch am 22. Januar) vorgestellt. Wir konnten uns das Gerät bereits ansehen. Eines ist klar: In Sachen Hardware und Verarbeitung spielt HUAWEI hier in einer eigenen Liga, auch wenn man an anderer Stelle, bauartbedingt, schmerzhafte Kompromisse eingehen muss.
Design & Gehäuse: Schlankheitskur trifft auf Nehmerqualitäten
Beim ersten In-die-Hand-Nehmen fällt sofort die Bauweise auf. Zusammengefaltet misst das Mate X7 lediglich 9,5 mm, das ist kaum dicker als ein herkömmliches Smartphone. Klappt man es auf, landet man bei fast schon fragilen 4,5 mm. Mit 236 Gramm ist es zudem leichter als viele Konkurrenten, was man im Alltag deutlich spürt. Haptisch liegt es somit extrem gut in der Hand und wirkt dünn, ja schon fast filigran.

(Fette, aber potente Kamera, im Vergleich zu filigranen Gehäuse)
Herausragend ist die Robustheit: HUAWEI spendiert dem Gerät eine IP58- und IP59-Zertifizierung. Das Gerät soll also nicht nur ein Untertauchen überstehen, sondern ist faktisch auch gegen Hochdruck-Wasserstrahlen geschützt, ein absolutes Novum bei Foldables.

(Zusammengeklappt sogar eher schmal in der Breite)
Das Gehäuse selbst besteht aus einem Mix aus „Aviation-Grade“ Aluminium, einer speziellen „Brocade Fiber“-Struktur und edlem veganen Leder (in Nebula Red oder Schwarz). Zum Schutz des Außendisplays kommt das neue Kunlun Glass 2 zum Einsatz, das laut Hersteller doppelt so kratzfest sein soll wie die erste Generation.
Faltbares Display, kannst du knicken.

(Die Falz im Kickbereich spürt man kaum noch, schwer beeindruckend )
HUAWEI verbaut hier zwei High-End-Panels:
- Außen: Ein 6,49 Zoll LTPO-OLED (2444 × 1080 Pixel).
- Innen: Ein gewaltiges 8 Zoll LTPO-OLED (2416 × 2210 Pixel).
Beide Displays bieten eine adaptive LTPO Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz, was für flüssiges Scrollen sorgt und gleichzeitig den Akku schont. Spannend sind auch die Helligkeitswerte: Während das Außendisplay in der Spitze bis zu 3.000 Nits erreicht, kommt das Innenpanel auf 2.500 Nits.
Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung im Freien bleibt der Bildschirminhalt perfekt ablesbar. Klar gibt es schon Displays, die deutlich heller in der Spitzenhelligkeit ausfallen, letztendlich spiegelt das aber auch nur HD-Content wider, nicht eine real nutzbare Helligkeit.
Performance: Wo das Mate X7 Federn lässt
Unter der Haube arbeitet der Kirin 9030 Pro (Octa-Core, bis zu 2,75 GHz), der im 6-nm-Verfahren gefertigt wird. Hier zeigt sich die Kehrseite der Medaille: In Benchmarks wie dem 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Gerät etwa 2.700 Punkte. Das reicht für flüssiges Multitasking und schnelles Arbeiten mit mehreren Apps absolut aus, liegt aber deutlich hinter einem Snapdragon 8 Elite (wie im Honor Magic V5) zurück, der fast die doppelte Punktzahl erreicht.
Ohne Google und doch mit Google
HUAWEI kompensiert das durch ein starkes Kühlsystem (3.550 mm² VC & Graphene) und üppige 16 GB RAM sowie 512 GB Speicher. Die Software (HarmonyOS 6.0 / EMUI 15) läuft butterweich, ist stark angepasst, basiert im Kern aber noch auf Android 12. Im Alltag spürt man das keinesfalls, Updates für die Sicherheit werden auch regelmäßig geliefert.
Etwas nervig sind die vielen, zusätzlich herunterladbaren Apps die im System schon hinterlegt sind. So ist das System schon nach dem ersten Einrichten voll mit Apps die man wohl kaum allesamt benötigt. Die Ordner lassen sich aber flott löschen.

(Viele Apps, Aurora Store installiert für Google Apps wie Youtube)
Allerdings müssen Nutzer weiterhin auf native Google-Dienste verzichten. Die Lösung: Der Aurora Store (über die AppGallery ladbar) inklusive automatischer MicroG-Erkennung, was die Installation und Nutzung bekannter Apps deutlich erleichtert.
Einfach aus dem Huawei-Store laden, installieren, Aurora-App öffnen und mit eurem gewohnten Google-Account anmelden. Danach habt ihr Zugriff auf YouTube, Gemini, Google Maps oder was euch auch immer gerade auf dem Smartphone fehlt. Sollte etwas nicht gleich klappen oder einen Fehler ausspucken, startet das System einfach mal neu.
Kamera: Variable Blende und 17,5 EV Dynamik
Fotografie bleibt HUAWEIs Paradedisziplin. Das System ist auf „True-to-Colour“ getrimmt (soll 43 % mehr Farbtreue liefern):
- Hauptkamera: 50 MP mit variabler Blende (f/1.4–f/4.0, RYYB) und OIS. Die 0,4-mm-Glaslinse soll für enorme Bildschärfe sorgen.
- Tele-Makro: 50 MP Periskop mit 3,5-fachem optischen Zoom (f/2.2). Das System soll durch einen 96 % höheren Lichteinfall auch bei Nacht überzeugen.
- Ultraweitwinkel: 40 MP (f/2.2, 120°).
- Video: 4K Ultra HDR Aufnahmen mit einem Dynamikumfang von 17,5 EV. Das soll für professionelle Kontraste bei Sonnenaufgängen oder Nachtszenen sorgen.
Nach wie vor kann Huawei auch mit den Einschränkungen immer noch bei den ganz Großen mithalten. Die Kamera ist sehr gut angepasst, funktioniert in jeder Lebenslage und liefert eben auch überzeugende Bilder ab.
Akku & Vernetzung: Das 5G-Dilemma
Beim Akku setzt HUAWEI auf die moderne Silizium-Kohlenstoff-Technologie. Während in China 5.600 mAh verbaut werden, kommt die deutsche Version auf 5.300 mAh. Geladen wird mit 66 W über Kabel oder 50 W kabellos. Dank des effizienten Prozessors sollte man damit locker durch den Tag kommen. Letztendlich liegt es natürlich immer am Nutzerverhalten selbst.

(Kein 5G aber immerhin Dual eSIM und Dual-SIM)
Der größte Kritikpunkt: Die globale Version kommt ohne 5G-Support. Man muss also mit LTE (4G) vorliebnehmen. Dafür sind modernste Standards wie WiFi 7, Bluetooth 6.0, NFC und ein Infrarotsender an Bord. Erfreulicherweise bekommen wir auch Dual-Sim und, das ist für mich neu: Dual-eSIM.
Ebenso hat man den USB-Typ-C Port auf 3.1-Standard ausgelegt.
Fazit: Technik-Meisterwerk für Individualisten
Das HUAWEI Mate X7 ist für 2.099 Euro (UVP) immer noch ein Statement. Wer das dünnste, robusteste und kameratechnisch beste Foldable sucht, wird hier fündig. Man kauft jedoch ein „Liebhaberstück“: Denn ohne 5G und ohne nativen Google-Support richtet es sich an Nutzer, die Design und Fotoqualität über reine Benchmark-Leistung stellen. Wer kein Problem mit der Workaround-Lösung, um die Google-Sperre zu umgehen hat, bekommt nach wie vor ein klasse, mehr als alltagstaugliches Premium Smartphone.
Ein kleiner Tipp für Entschlossene: Wer bis zum 05.03.2026 zuschlägt, bekommt die HUAWEI Watch Fit 4 Pro kostenlos dazu.
| Huawei Mate X7 | |
| Display (Innen) | 8 Zoll Foldable OLED, 2416 × 2210 Pixel, 120 Hz LTPO, HDR Vivid, 1.440 Hz Hochfrequenz-PWM-Dimmung |
| Display (Außen) | 6,49 Zoll LTPO OLED, 2444 × 1080 Pixel, 120 Hz, Ultra Durable Crystal Armour Kunlun Glass, 1.440 Hz Hochfrequenz-PWM-Dimmung |
| Hauptkamera |
|
| Frontkamera | 8 MP (Innen & Außen) |
| Prozessor | Kirin 9000er Serie Octa-Core |
| 4G, 2x eSIM, 1x Nano-Sim, NFC, DUal-Band GPS, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, USB Typ-C, USB 3.1 GEN1, | |
| Akku | 5.300 mAh (Silicon-Carbon-Anode) |
| Laden (Kabel) | 66W HUAWEI SuperCharge, 50W Wireless HUAWEI SuperCharge |
| Schutzklasse | IP58 & IP59 Staub- und wassergeschützt, inkl. Hochdruck |
| Material | Aviation-Grade Aluminium, Ultra-Strong Composite Brocade Fiber |
| Gehäuse-Finish | Veganes Leder (Nebula Red / Schwarz) |
| Scharnier | Advanced Precision Scharnier (Fünf-Bogen-Arm-Design) |
| Software | EMUI / HarmonyOS (Aurora Store & MicroG Unterstützung) |
| Maße / Gewicht |
|
| Preis UVP | 2.099 Euro |







OberNerd
22.01.2026, 17:08So sehr es auch den "haben will Effekt" triggert, allein schon wegen der Einschränkungen im deutschen Format – allen voran KEIN 5g(!) – werde ich das boykottieren! Das Google-Dilemma könnte ich hingegen gut verschmerzen.