Netflix steigt aus Warner-Übernahme aus: Paramount zahlt 111 Milliarden Dollar 111 Mrd. Dollar Kaufpreis, 2,8 Mrd. Break-up-Fee, HBO Max inklusive
Netflix zieht sein Angebot für Warner Bros. Discovery zurück, nachdem Paramount mit 111 Milliarden Dollar deutlich mehr geboten hat. Der Streaming-Dienst erhält eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar. Die Aktionäre von Warner Bros. entscheiden am 20. März über die Paramount-Übernahme.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Netflix mal aus einem Bieterwettstreit aussteigt, weil ihnen der Preis zu heiß wird? Genau das ist jetzt passiert: Die Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters haben bekannt gegeben, dass sie kein weiteres Angebot für Warner Bros. Discovery mehr abgeben werden. Paramount hat im Poker um das Hollywood-Studio schlichtweg zu viel geboten, 111 Milliarden US-Dollar für das komplette Unternehmen.
Ursprünglich hatte Netflix im Dezember 2025 eine verbindliche Übernahmevereinbarung mit Warner Bros. geschlossen. Der Deal umfasste das Studio- und Streaming-Geschäft inklusive HBO Max für rund 83 Milliarden Dollar. Doch dann mischte sich Paramount ein und wandte sich direkt an die Aktionäre mit einem deutlich höheren Angebot. Insgesamt legte Paramount neun verschiedene Offerten vor, von denen einige allerdings nur über Pressemitteilungen kommuniziert wurden.
Paramount bietet 28 Milliarden mehr
Der entscheidende Unterschied: Während Netflix nur an der Unterhaltungssparte interessiert war, will Paramount das komplette Warner Bros. Discovery übernehmen, inklusive CNN und TNT. Das letzte Angebot sieht 31 Dollar pro Aktie vor, plus eine Absicherung von 7 Milliarden Dollar für den Fall, dass die Übernahme aus regulatorischen Gründen scheitert. Diese Summe liegt deutlich über dem, was Netflix bereit war zu zahlen.
Netflix zeigt sich in der offiziellen Mitteilung pragmatisch: „Wir waren immer diszipliniert“, schreiben Sarandos und Peters. Warner sei stets ein „nice to have“ gewesen, aber eben nur zum richtigen Preis. Die ikonischen Marken wie Batman, Harry Potter und DC Comics hätten gut ins Portfolio gepasst, aber nicht um jeden Preis.
2,8 Milliarden Vertragsstrafe als Trostpflaster
Ganz leer geht Netflix trotzdem nicht aus: Laut der ursprünglichen Vereinbarung steht dem Streaming-Dienst eine Break-up-Fee von 2,8 Milliarden Dollar zu, weil der Deal wegen eines Konkurrenzangebots platzt. Paramount hat zugesichert, diese Summe selbst zu übernehmen, ein nettes Trostpflaster für Netflix.
Der Warner-Vorstand hatte Netflix ursprünglich als besseren Partner favorisiert und Bedenken gegenüber Paramount geäußert. Besonders der geringe Eigenkapitalanteil und die Beteiligung von Private-Equity-Firmen sowie Staatsfonds aus Saudi-Arabien und Katar machten skeptisch. Die Firma von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, die sich zunächst beteiligt hatte, zog sich mittlerweile zurück.
Kartellhüter müssen noch zustimmen
Ob der Deal zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery tatsächlich zustande kommt, müssen nun die Kartellbehörden und die US-Medienbehörde FCC entscheiden. Besonders brisant: Paramount-CEO David Ellison ist der Sohn von Larry Ellison, der US-Präsident Donald Trump nahesteht. Die Übernahme des Nachrichtengeschäfts mit CNN könnte politisch für Diskussionen sorgen.
Die Aktionäre von Warner Bros. Discovery werden am 20. März 2026 über das Übernahmeangebot abstimmen. Bis dahin bleibt die ursprüngliche Vereinbarung mit Netflix formal in Kraft, auch wenn Netflix selbst bereits das Handtuch geworfen hat. Für die Streaming-Landschaft bedeutet das: Netflix konzentriert sich weiter auf organisches Wachstum und eigene Produktionen, während Paramount mit Warner Bros. zu einem noch größeren Medienkonzern fusionieren könnte.
Was haltet ihr von Netflixs Entscheidung? War es klug, aus dem Bieterwettstreit auszusteigen, oder hätte der Streaming-Dienst mehr riskieren sollen?
