Sony räumt auf – Über 1.000 Shovelware-Spiele fliegen aus dem PlayStation Store PlayStation Store, Shovelware, ThiGames, Trophäen-Farming

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Sony hat über 1.000 Shovelware-Spiele des deutschen Publishers ThiGames aus dem PlayStation Store entfernt. Der Schritt richtet sich gegen Trophäen-Farming-Titel mit minimalem Inhalt. Ob weitere Publisher folgen, bleibt offen.

Sony räumt auf

Sony hat im PlayStation Store offenbar den digitalen Besen ausgepackt und zwar nicht halbherzig. Mehr als 1.000 Spiele eines einzigen Publishers sind über Nacht verschwunden. Betroffen ist der deutsche Anbieter ThiGames aus Nürnberg, der gemessen an der reinen Anzahl veröffentlichter Titel zuletzt tatsächlich der viertgrößte Publisher im PlayStation Store war. Der Grund für die radikale Maßnahme: Shovelware, also Spiele mit minimalem Aufwand und maximaler Trophäen-Ausbeute.

Ein Publisher, tausend Spiele und kaum Inhalt

Wer regelmäßig durch die Neuerscheinungen im Store scrollt, dürfte Namen wie „The Jumping Burger“, „The Jumping Taco“ oder diverse „QuizThis“-Varianten schon einmal gesehen und ebenso schnell wieder verdrängt haben. Das Prinzip dahinter war simpel und effektiv: ein Button, ein paar Sekunden Geduld und schon blinkt die Platin-Trophäe auf. Teilweise dauerte der komplette „Spielablauf“ unter 90 Sekunden, vor allem bei den zusätzlichen Turbo-Versionen.

Spielerisch war das ungefähr so spannend wie ein Ladebildschirm, wirtschaftlich aber offenbar erfolgreich. Schätzungen aus der Szene gehen davon aus, dass ThiGames mit diesem Modell bis zu 10 Millionen US-Dollar Umsatz erzielt haben könnte. Möglich wurde das durch regionale Dopplungen: Ein Spiel erschien separat für Europa, Nordamerika und Asien, jede Version mit eigener Trophäenliste. Aus rund 150 echten Titeln wurden so über 1.100 Store-Einträge.

Sony zieht die Reißleine

Offizielle Statements von Sony oder ThiGames fehlen bislang. Dennoch spricht der Umfang der Löschung eine klare Sprache: Alle 1.194 Titel des Publishers sind aus dem Store für PS4 und PS5 verschwunden. Das ist kein gezieltes Entfernen einzelner Problemspiele mehr, sondern ein kompletter Publisher-Reset.

Ganz aus dem Nichts kommt das nicht. Schon 2025 hatte Sony angekündigt, härter gegen redundante Inhalte vorzugehen. Auch der Publisher RandomSpin wurde bereits vollständig aus dem Store entfernt. Dass Sony nun einen der größten Anbieter dieser Grauzone trifft, dürfte als Warnsignal an andere Shovelware-Publisher zu verstehen sein.

Qualität statt Platin-Farming?

In der Community fällt die Reaktion überwiegend positiv aus. Viele Spieler kritisieren seit Langem, dass die Masse an Billig-Titeln hochwertige Indie-Spiele im Store unsichtbar macht. Wer schon einmal versucht hat, sich durch die wöchentlichen Neuveröffentlichungen zu klicken, weiß, wie schnell man dabei die Lust verliert.

Allerdings ist das Problem damit nicht gelöst. Publisher wie eastasiasoft, Ratalaika Games oder Webnetic haben weiterhin tausende ähnliche Titel im Angebot. Zudem senken generative KI-Tools die Einstiegshürde weiter: neue Covergrafik, minimal angepasster Code, fertig ist das nächste Spiel. Asset-Flips lassen grüßen.

Zufall oder Teil einer größeren Linie?

Zeitlich fällt die Löschaktion mit einer gemeinsamen Erklärung von Sony, Microsoft und Nintendo zu strengeren Sicherheits- und Qualitätsrichtlinien zusammen. Ob es einen direkten Zusammenhang gibt, ist offen. Klar ist aber: Sony nutzt seine Plattformmacht, um zumindest punktuell Ordnung im Store zu schaffen.

Einschätzung

Das Entfernen von ThiGames ist ein starkes Signal – aber noch kein echter Befreiungsschlag. Sony zeigt, dass es möglich ist, ganze Publisher aus dem Store zu werfen, wenn Qualität dauerhaft untergraben wird. Entscheidend wird sein, ob daraus konsequente Regeln entstehen oder ob dies nur ein einmaliger Aufräumakt bleibt.

Wie seht ihr das: Überfällige Qualitätskontrolle oder unnötige Bevormundung der Käufer?

Kay

Mein Name ist Kay und ich beschäftige mich bereits seit über 20 Jahren mit Technik und Entertainment. Neben NerdsHeaven interessieren mich vor allem Smartphones, Games und PC-Hardware.

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