Tesla stellt Model S und X ein – Platz für Roboter statt Premium-Stromer Produktionsende Model S und X, Optimus-Roboter, Robotaxi Cybercab
Tesla stellt die Produktion von Model S und X ein, um Kapazitäten für Roboter und autonome Fahrzeuge zu schaffen. Service für Bestandskunden bleibt erhalten. Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung hin zu KI, Robotaxis und Optimus.
Das Model S war einst der Beweis, dass Elektroautos nicht nach Verzicht aussehen müssen. Leise, schnell, schick und plötzlich ernsthafte Konkurrenz für die etablierte Oberklasse. Doch genau dieses Kapitel beendet Tesla nun. Die Produktion der Modelle S und X läuft aus, bestätigt Konzernchef Elon Musk. Statt Limousine und SUV sollen künftig humanoide Roboter und autonome Fahrzeuge vom Band rollen.
Produktionsende im kommenden Quartal
In einer Telefonkonferenz mit Analysten kündigte Musk an, dass die Fertigung von Model S und Model X im nächsten Quartal eingestellt wird. Bestehende Kunden müssen sich laut Tesla aber keine Sorgen machen: Service, Ersatzteile und Software-Support sollen über die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge hinweg gewährleistet bleiben.
Die Entscheidung ist weniger emotional als strategisch. Tesla braucht Produktionskapazitäten, nicht für neue Autos, sondern für neue Geschäftsmodelle.
Zwei Ikonen mit schrumpfender Bedeutung
Das Model S, 2012 eingeführt, war Teslas erstes vollständig selbst entwickeltes Fahrzeug und begründete den Ruf der Marke als ernstzunehmender Autohersteller. Reichweite, Beschleunigung und Software galten lange als Benchmark. Das Model X folgte 2015 mit markanten Flügeltüren und viel Technik, blieb aber stets ein Nischenprodukt.
Inzwischen spielen beide Modelle wirtschaftlich kaum noch eine Rolle. Model 3 und Model Y dominieren das Geschäft und machten zuletzt rund 97 Prozent der Auslieferungen aus. Die großen Premium-Modelle waren teuer in der Herstellung, verkauften sich vergleichsweise selten und passten immer weniger in Teslas Fokus auf Skalierung.
Roboter statt Autos: Optimus rückt nach vorn
Die frei werdenden Produktionslinien sollen künftig für Optimus, Teslas humanoiden Roboter, genutzt werden. Musk hatte erst kürzlich erklärt, dass er Optimus bis Ende 2026 auf den Markt bringen wolle. Der Roboter gilt intern als eines der wichtigsten Zukunftsprojekte des Konzerns.
Parallel plant Tesla den Produktionsstart des Cybercab, eines Robotaxi-Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale. Musk betonte, dass Tesla langfristig mehr autonome Fahrzeuge als klassische Autos bauen werde. Selbst der Cybertruck soll perspektivisch vollständig autonom unterwegs sein.
Wirtschaftlicher Druck im Hintergrund
Der Strategiewechsel kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Tesla verzeichnete 2025 den ersten Umsatzrückgang seiner Firmengeschichte. Die Erlöse sanken um rund drei Prozent, der Gewinn brach sogar um 46 Prozent ein. Auch die Auslieferungen gingen deutlich zurück.
Hinzu kommen politische Faktoren. Das Auslaufen der US-Elektroautoprämie und geringere Einnahmen aus Emissionszertifikaten belasteten das Geschäft. Gleichzeitig leidet die Marke unter einem Imageproblem, ausgelöst durch Musks öffentliches Auftreten und politische Positionierungen.
Autos werden Mittel zum Zweck
Musk selbst misst dem klassischen Autogeschäft immer weniger Bedeutung bei. Seine Vision: Tesla als KI- und Robotikunternehmen, das Mobilität, Arbeit und Energie neu definiert. Robotaxis und humanoide Roboter sollen langfristig profitabler sein als der Verkauf von Fahrzeugen an Privatkunden.
Ob diese Rechnung aufgeht, ist offen. Konkurrenz wie Waymo ist im Robotaxi-Markt deutlich weiter, und auch im Bereich humanoider Roboter steht Tesla nicht allein da.
Einschätzung
Mit dem Aus für Model S und X beendet Tesla ein prägendes Kapitel seiner Geschichte. Rational betrachtet ist der Schritt nachvollziehbar, emotional bleibt ein schaler Beigeschmack. Tesla verabschiedet sich von den Autos, die den Mythos aufgebaut haben und setzt alles auf eine Zukunft, die noch nicht bewiesen ist. Würdet ihr diesen Kurs mitgehen oder war das Model S genau der Tesla, den ihr im Kopf hattet?
