Mac Pro – Apple stellt Workstation ein und plant keinen Nachfolger Mac Pro, Apple, Mac Studio, Apple Silicon
Apple hat den Mac Pro offiziell eingestellt und plant keinen Nachfolger. Das letzte erweiterbare Desktop-System von Apple verschwindet damit vom Markt, während der Mac Studio die Rolle als Profi-Workstation übernimmt. Für die meisten Nutzer dürfte das keine große Überraschung sein.
Dass der Mac Pro bei Apple nicht gerade die Priorität einer neuen iPhone-Farbe genießt, war schon länger kein Geheimnis mehr. Jetzt macht Apple es halb offiziell: Der Mac Pro wird eingestellt und es gibt keinen Nachfolger. Für alle, die das Gerät in den letzten Jahren im Apple Store gesucht haben, dürfte das ungefähr so überraschend sein wie die Erkenntnis, dass Tim Cook nicht persönlich eure E-Mails beantwortet.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als der Mac Pro als ernstzunehmende Workstation galt. Damals, als erweiterbare Hardware bei Apple noch kein Fremdwort war und man tatsächlich selbst RAM einbauen konnte, ohne einen Termin bei der Genius Bar zu machen. Die Zeiten sind vorbei, und ehrlich gesagt war das abzusehen, seit Apple mit den hauseigenen M-Chips so richtig durchstartete.
Was genau hat Apple entschieden
Laut mehreren Berichten hat Apple den Mac Pro still und leise aus dem Sortiment genommen. Das Gerät ist nicht mehr im offiziellen Store gelistet, und Apple hat bestätigt, dass kein Nachfolgemodell geplant ist. Der letzte Mac Pro mit Intel-Prozessor wird damit zum Museumsstück, bevor er überhaupt richtig in die Jahre gekommen ist.
Der Mac Pro war seit seiner Einführung 2019 in der aktuellen Form eine Art digitaler Dinosaurier. Während Apple bei MacBook, iMac und Mac mini längst auf die eigenen Apple Silicon Chips umgestiegen war, hing der Mac Pro noch an Intel-Prozessoren fest. Die 2023 vorgestellte M2 Ultra Variante war ein halbherziger Versuch, das Gerät ins moderne Apple-Ökosystem zu integrieren, aber die Verkaufszahlen sprechen wohl eine deutliche Sprache.
Warum sich niemand wirklich wundern sollte
Seit Jahren wurde spekuliert, ob Apple den Mac Pro überhaupt noch ernst nimmt. Die lange Zeit zwischen Updates, die fehlende Aufmerksamkeit in Keynotes und die eher überschaubare Produktpflege ließen schon ahnen, dass der Tower keine große Zukunft mehr hat. Apple hat sich strategisch neu ausgerichtet: Die M-Chips sind so leistungsfähig geworden, dass selbst anspruchsvolle Profis mit einem Mac Studio oder einem aufgepimpten MacBook Pro gut bedient sind.
Das Ende des Mac Pro bedeutet auch das Ende einer Ära. Es war das letzte Apple-Produkt, das sich wirklich erweitern ließ. Wer mehr Leistung wollte, konnte Grafikkarten tauschen, Speicher aufrüsten oder zusätzliche SSDs verbauen. Bei modernen Macs ist das undenkbar. Alles ist verlötet, verklebt oder direkt auf dem Chip integriert. Reparierbarkeit und Erweiterbarkeit sind Konzepte aus einer anderen Zeit, die Apple konsequent verabschiedet hat.
Was bedeutet das für Profi-Anwender
Für die kleine Gruppe an Profis, die tatsächlich einen Mac Pro nutzten, bleibt derzeit nur der Mac Studio als Flaggschiff. Der bietet zwar ordentlich Leistung, aber eben keine Erweiterungsmöglichkeiten. Wer spezielle PCIe-Karten braucht oder mehrere Grafikkarten betreiben will, muss sich nach Alternativen umsehen. In der Praxis dürfte das aber nur eine Handvoll Nutzer betreffen, denn die meisten Workflows laufen mittlerweile auch auf kompakteren Systemen problemlos.
Apple setzt klar auf ein geschlossenes Ökosystem, in dem Hardware und Software perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das funktioniert erstaunlich gut, solange man innerhalb der Apple-Welt bleibt. Wer darüber hinaus will, ist bei anderen Herstellern ohnehin besser aufgehoben.
Fazit: Ein leiser Abschied ohne Tränen
Der Mac Pro war ein Symbol für Apples Anspruch, auch im Profi-Segment mitzuspielen. Doch die Realität sah anders aus: zu teuer, zu selten aktualisiert, zu wenig Interesse. Apple hat die Konsequenzen gezogen und konzentriert sich auf Produkte, die tatsächlich Geld einbringen und von mehr als einer Handvoll Filmschnitt-Studios genutzt werden. Für alle anderen gibt es den Mac Studio, und der reicht für die meisten mehr als aus.
Habt ihr jemals mit einem Mac Pro gearbeitet oder habt ihr schon früh auf kompaktere Alternativen gesetzt? Schreibt uns eure Erfahrungen in den Kommentaren.
