TeamSpeak verzeichnet massiven Nutzeransturm nach Discord-Alterskontrollen Serverkapazität ausgeschöpft, Keine Altersverifikation erforderlich

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Discord verliert massenhaft Nutzer an TeamSpeak, nachdem die Plattform ab März Gesichtsscans und Ausweiskontrollen einführt. TeamSpeak kämpft mit dem Ansturm und musste bereits neue Server-Regionen eröffnen. Unklar bleibt, ob TeamSpeak langfristig auf Altersverifikation verzichten kann.

TeamSpeak verzeichnet massiven Nutzeransturm nach Discord-Alterskontrollen

Letzte Woche habt ihr vielleicht beim Gaming festgestellt, dass der eigene Discord-Server merklich leerer war als sonst. Kein Zufall, wie sich herausstellt: Discords Ankündigung von Gesichtsscans und Ausweiskontrollen treibt aktuell scharenweise Nutzer zur Konkurrenz. Und die ist darauf offenbar nicht wirklich vorbereitet.

TeamSpeak bestätigt Kapazitätsprobleme

TeamSpeak hatte letztes Jahr bereits Erfolge mit Version 6 vermelden können und berichtet nun via X einen „unglaublichen Ansturm neuer Nutzer“, der die Plattform teilweise an ihre Grenzen bringt. In mehreren Regionen, besonders in den USA, war die Serverkapazität zeitweise komplett ausgeschöpft. Konkrete Nutzerzahlen nennt das Unternehmen zwar nicht, aber die Tatsache, dass sie öffentlich über Kapazitätsprobleme sprechen, sagt schon einiges.

Als Reaktion hat TeamSpeak bereits zwei neue Regionen eröffnet: Frankfurt 3 und Toronto 1. Man wolle die Auslastung genau beobachten und bei Bedarf weiter ausbauen. Klingt nach einem ziemlich akuten Problem, wenn man bedenkt, dass TeamSpeak eigentlich seit Jahren eher ein Nischendasein fristet.

Discord führt Altersverifikation ein

Der Grund für die Massenflucht liegt auf der Hand: Ab März müssen Discord-Nutzer, die auf altersbeschränkte Kanäle zugreifen wollen, ihre Identität verifizieren. Entweder per Gesichtsscan oder durch Hochladen eines Ausweisdokuments. Discord argumentiert mit erhöhter Sicherheit und verweist auf gesetzliche Vorgaben wie den britischen Online Safety Act.

Besonders brisant: Im Oktober 2024 sollen bei einem Datenleck rund 70.000 Fotos aus Altersverifikationsprozessen öffentlich geworden sein. Dass viele Nutzer da skeptisch werden, ist mehr als verständlich. Die Vorstellung, ausgerechnet nach so einem Vorfall persönliche Ausweisdokumente oder biometrische Daten hochzuladen, behagt vielen offenbar nicht.

TeamSpeak als datenschonende Alternative

Bei Tests ließ sich problemlos ein TeamSpeak-Konto erstellen, Gruppen beitreten und eigene Sprachkanäle eröffnen, alles ohne Gesichtsscan. Allerdings ist TeamSpeak auch kein datenschutztechnisches Paradies: Wer einen eigenen Server mit erweiterten Features betreiben will, muss Zahlungsdaten hinterlegen, auch wenn die Gebühren überschaubar bleiben.

Die große Frage bleibt, wie lange TeamSpeak auf Alterskontrollen verzichten kann. Internationale Regulierungen wie der Online Safety Act machen auch vor kleineren Plattformen nicht halt. Möglicherweise genießt TeamSpeak derzeit nur eine Gnadenfrist, weil der Dienst deutlich weniger im Fokus steht als Discord.

Discord relativiert die Maßnahmen

Discord selbst betont, nicht alle Nutzer müssten zwingend einen Identitätsnachweis erbringen. Teilweise könne das Alter anhand bereits vorhandener Informationen bestätigt werden. In Großbritannien testet die Plattform zudem ein System des Anbieters Persona, hinter dem unter anderem Peter Thiel als Investor steht, was bei datenschutzbewussten Nutzern für zusätzliche Skepsis sorgt.

Ironisch ist die Situation allemal: Discord hat sich als moderne All-in-One-Lösung etabliert und Dienste wie TeamSpeak oder Skype weitgehend verdrängt. Jetzt kehrt sich der Trend um, weil ausgerechnet die Sicherheitsmaßnahmen zum Bumerang werden. Was haltet ihr von der ganzen Entwicklung? Bleibt ihr bei Discord oder habt ihr bereits zu TeamSpeak oder anderen Alternativen gewechselt?

Kay

Mein Name ist Kay und ich beschäftige mich bereits seit über 20 Jahren mit Technik und Entertainment. Neben NerdsHeaven interessieren mich vor allem Smartphones, Games und PC-Hardware.

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