Telekom und Starlink: Partnerschaft soll Funklöcher in Deutschland schließen Ergänzung zum terrestrischen Mobilfunknetz, Technische Details noch offen

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Die Deutsche Telekom hat eine Partnerschaft mit Starlink angekündigt, um Funklöcher in Deutschland durch Satellitentechnologie zu schließen. Die Kooperation soll vor allem unterversorgte ländliche Gebiete abdecken, in denen klassischer Mobilfunkausbau unwirtschaftlich ist. Details zur technischen Umsetzung und Verfügbarkeit stehen noch aus.

Telekom und Starlink Partnerschaft

Wenn der Balken wieder verschwindet

Ihr kennt das: Ihr fahrt durchs ländliche Deutschland, wollt schnell eine Nachricht abschicken oder die Route checken und plötzlich ist da nichts. Kein LTE, kein 5G und im worst-case nicht mal Edge. Funklöcher sind in Deutschland längst zur running gag geworden, besonders wenn man in anderen europäischen Ländern unterwegs war und dort selbst auf Bergpfaden besseren Empfang hatte als auf der A7. Die Deutsche Telekom will diesem Zustand nun mit einer ungewöhnlichen Lösung zu Leibe rücken: einer Partnerschaft mit Starlink, dem Satelliten-Internet-Dienst von SpaceX.

Satelliten statt Sendemast

Die angekündigte Kooperation zwischen der Telekom und Starlink zielt darauf ab, bislang unterversorgte Gebiete mit mobilem Internet zu versorgen. Dabei soll die Satellitentechnologie von Starlink dort einspringen, wo der klassische Mobilfunkausbau wirtschaftlich nicht sinnvoll oder technisch schwierig ist. Das betrifft vor allem dünn besiedelte ländliche Regionen, wo sich der Bau neuer Sendemasten kaum rechnet. Statt jahrelang auf Genehmigungen und Bauarbeiten zu warten, könnten Nutzer künftig direkt über die bereits im Orbit befindlichen Starlink-Satelliten versorgt werden.

Die Details der Partnerschaft sind noch recht überschaubar. Klar ist bislang vor allem die Stoßrichtung: Die Telekom möchte ihr bestehendes terrestrisches Netz mit der satellitengestützten Infrastruktur von Starlink ergänzen. Ob das bedeutet, dass normale Smartphones künftig direkt mit den Satelliten kommunizieren können oder ob spezielle Hardware nötig ist, bleibt abzuwarten. Technisch wäre beides denkbar, allerdings arbeitet Starlink bereits an Lösungen für die direkte Satellitenanbindung von Standard-Mobilgeräten.

Pragmatismus trifft Weltraumtechnologie

Aus Sicht der Telekom ergibt der Schritt durchaus Sinn. Der klassische Netzausbau ist teuer, zeitaufwendig und in manchen Regionen schlicht unwirtschaftlich. Warum also nicht eine bereits existierende Infrastruktur nutzen, die über Deutschland kreist? Starlink hat mittlerweile mehrere tausend Satelliten im Orbit und baut das Netzwerk kontinuierlich aus. Für Elon Musks Unternehmen wiederum ist die Partnerschaft mit einem der größten europäischen Mobilfunkanbieter ein wichtiger Schritt in Richtung Massenmarkt.

Trotzdem bleiben Fragen offen. Die Latenzzeiten von Satelliten-Internet haben sich zwar deutlich verbessert, liegen aber immer noch über denen klassischer Mobilfunknetze. Für Videotelefonie oder Online-Gaming könnte das spürbar sein. Auch die Kapazität ist begrenzt. Wenn zu viele Nutzer gleichzeitig auf dieselben Satelliten zugreifen, könnte die Bandbreite schnell knapp werden. Und dann wäre da noch die Frage, wie sich die Kooperation auf die Preise auswirkt. Satellitentechnologie ist nicht gerade billig, und es wäre nicht überraschend, wenn die Telekom das an ihre Kunden weitergibt.

Notlösung oder echte Alternative?

Die Partnerschaft wirft auch grundsätzliche Fragen zur Netzinfrastruktur auf. Ist Satelliten-Internet wirklich die Zukunft der Mobilfunkversorgung oder eher ein pragmatischer Workaround für Regionen, die man sonst aufgegeben hätte? Kritiker dürften argumentieren, dass die Telekom lieber mehr in den erdgebundenen Ausbau investieren sollte, statt sich auf die Technik eines US-Unternehmens zu verlassen. Befürworter hingegen werden die pragmatische Lösung begrüßen: Hauptsache man hat endlich Empfang.

Wann die ersten Kunden von der Starlink-Kooperation profitieren können, ist noch nicht bekannt. Ebenso unklar ist, ob andere deutsche Netzbetreiber ähnliche Partnerschaften eingehen werden. Vodafone und O2 dürften die Entwicklung jedenfalls mit Interesse verfolgen.

Wie steht ihr dazu?

Findet ihr die Starlink-Partnerschaft sinnvoll oder sollte die Telekom lieber in klassische Mobilfunkmasten investieren? Habt ihr selbst regelmäßig mit Funklöchern zu kämpfen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.

Kay

Mein Name ist Kay und ich beschäftige mich bereits seit über 20 Jahren mit Technik und Entertainment. Neben NerdsHeaven interessieren mich vor allem Smartphones, Games und PC-Hardware.

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