GEEKOM GeekBook X14 Pro: ist das Notebkook Erstlingswerk geglückt? 14 Zoll, 2,8k, AMOLED, 16:10, Intel Core Ultra, 32 GB RAM, 72Wh Akku, Windows 11
Geekom hat sich mit den unterschiedlichsten Mini-PCs in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Sie sind vielleicht nicht immer die günstigsten Anbieter, überzeugen aber in Qualität und Leistung der Winzlinge. Jetzt will das chinesische Unternehmen einen neuen Bereich erstrecken: Notebooks. Wir haben uns das Erstlingswerk, das Geekbook X14 Pro, genauer angeschaut.
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Dünn, flach, leicht & gut verarbeitet
Wie es sich gehört, wird die gesamte Technik in einem Unibody-Aluminium-Kleidchen oder auch umgangssprachlich Gehäuse verstaut. Die Verarbeitung und die Optik weiß direkt zu gefallen. Ebenfalls ist das Display-Scharnier sehr leichtgängig mit einer Hand zu öffnen, aber dennoch stabil genug, um das Display an Ort und Stelle zu halten. Das Gewicht liegt bei ~1 kg und ist damit perfekt für den Rucksack und das Arbeiten unterwegs.
Das OLED-Display: Ein zweischneidiges Schwert
Das 2,8K große OLED-Panel im 16:10 Format ist eine Wucht. Schwarz ist hier wie gewohnt wirklich schwarz. Wenn du von einem Standard-LCD kommst, wirken die Farben fast schon zu kräftig. Das ist eben typsich OLED Panel. Dank 120-Hz-Bildwiederholfrequenz flutscht die Bedienung unter Windows so richtig geschmeidig. An der Darstellung gibt es nichts zu meckern. Die Helligkeit von 450 Nits ist solider Durchschnitt und reißt die Akkulaufzeit nicht gleich mit extremer Helligkeit in die Knie.
Aber: Es ist „nur“ ein 8-Bit-Panel und es spiegelt. Wer gerne im Garten arbeitet oder ein helles Fenster im Rücken hat, wird sich selbst oft beim Starren auf das eigene Spiegelbild erwischen. Grundsätzlich nichts Neues und auch kein schlimmer Umstand, zumal man sich selbst bei Reflexionen ja auf das Geschehen auf dem Bildschirm konzentriert und dann sieht der Content darauf einfach fantastisch aus.
Performance: kleines Kraftwerk mit 45W TDP
Unter der Haube steckt der Intel Core Ultra 9 185H 16 Kerner mit 2,5 GHz Grundtakt und 5,1 GHz im Turbo-Modus. Wahlweise auch ein günstigeres Modell mit einem Intel Core 5 125U SoC. Das ist zwar nicht die neueste 200er-Reihe, braucht sich von der Leistung im Alltag oder auch im Bereich Gaming nicht vor der AMD-Konkurrenz verstecken. Zusammen mit 32 GB DDR5 RAM (leider fest verlötet, aktuell auch die einzige Konfiguration) und einer extrem schnellen 2 TB SSD rennt das System wie verrückt. Angesichts der steigenden RAM und Speicherpreise ist es irgendwie noch erstaunlich, dass man auf 32GB /2 TB gesetzt hat. Selbst die 125H Variante trumpft mit 32 GB RAM auf, setzt aber „nur“auf eine 1 TB SSD.
Performance
Die Standardanwendungen unter Windows stellen das System vor keine Herausforderung, sei es Browsen mit vielen Tabs, YouTube in 4K-Auflösung oder normale 4K-Dateien. Alles wird vom System flott und ohne Widerspruch wiedergegeben, dargestellt und geöffnet. Längere Ladezeiten liegen eigentlich kaum vor, wenn dann nur in großen Spielen. Die Lese- und Schreibraten der NVMe-M.2-SSD im 2280er-Format fallen ziemlich flott aus und stellen auch keinen Flaschenhals dar.
Hier ein paar Benchmarks zum Einordnen:
Bios Zugriff und Freischaltung
Der Geek-Faktor: GEEKOM hat ein paar „Easter Eggs“ verbaut. Mit der Kombination Strg + H vor dem Erreichen des BIOS schaltet ihr den Advanced-Modus frei, für alle die gerne an den feinen Stellschrauben drehen. Das BIOS erreicht man durch das Drücken/Triggern der ESC Taste, nich wie eher gewohnt per ENTFoder ähnliches.
Drosselung und Abwärme/Lüfter
Wer das Gerät richtig ran nimmt (Benchmarks wie 3D Mark, Cinebench 24/26 etc. oder 4K-Schnitt, bzw Gaming), dann wird es warm und etwas lauter. Wir haben Spitzenwerte von 101°C gemessen. Da greift natürlich die thermische Drosselung, und die Lüfter melden sich lautstark mit ca. 46 Dezibel zu Wort. Der Performance tut das aber keinen spürbaren Abbruch, da ja im Regelfall selten das System dauerhaft 100% ausgelastet ist. Wer zockt, mag das vielleicht auch etwas anders sehen, je nach Anwendung.
(Hier kann man die thermische Temperatur unter Volllast gut ablesen, inkl. Drosselung)
Die Durchschnittstemperatur liegt aber meist so bei 70°C im Betrieb und der Lüfter kann die hohen Temperaturen auch wieder gut reduzieren. Eine starke Abwärme liegt nicht vor, lediglich auf der Rückseite spürt man einen wärmeren Luftstrom.
Gaming & Freizeit: Reicht das für Zocker?
Dank der integrierten Intel Arc Grafik kann man tatsächlich eine Runde daddeln. Ja natürlich, das ist kein Gaming Notebook, und in diesem Segment bekommt man auch ganz andere Konfigurationen mit Intel-Core-i7-SOCs und RTX-GPUs. Aber man erhält ein höheres Gewicht, meist nur Standard LCD/IPS Panel und die Speicherausstattung ist meist nur halb so groß, egal ob RAM oder Speicherplatz.
(Ob einzeln oder per Videoaugabe, zocken geht auch)
- Spider-Man: Auf Full-HD und niedrigen Einstellungen bekommt man Spiderman gut 40 und 50 FPS ziemlich gut gespielt. Je nach Situation fallen die FPS auch mal in den 30ger Bereich.
- Cyberpunk 2077: gibt sich ebensowenig die Blöße und läuft durchschnittlich mit ~40/45 fps in Full-HD mit niedrigen Details.
Konnektivität inkl. eGPU-Support
An Anschlussmöglichkeiten hapert es bei dünnen und leichten Notebooks gerne mal. Wirklich großartig. Anders ist es auch hier nicht, aber wir decken mit einem HDMI 2.0 Port, einem USB-A-3.2-Gen-1-Port sowie 2x USB Typ-C 4 Ports sowie dem 3,5-mm Klinkenport das Wichtigste ab. Das ist auch Geekom bewusst und sie haben direkt ein USB-Typ-C Dock mit HDMI, 2x USB und LAN-Port wie PD-Typ-C-Port für die Stromversorgung beigelegt.
Für mich ist tatsächlich der USB-Typ-4 Port das Allheilmittel gegen zu wenig Power: Dank eGPU-Kompatibilität kann ich mittels eines externen eGPU Docks auch mal eine deutlich leistungsstärkere Grafikkarte anklemmen, gerade zu Hause ein unschätzbarer Vorteil, wenn man vielleicht noch eine ältere GPU rumliegen hat und eigentlich keine Verwendung mehr dafür hatte.
Ein praktisches Feature ist der Privatsphäre-Schieber für die integrierte 2 MP FHD Webcam: Schieber umlegen und die Kamera ist hardwareseitig tot. So ist kein Klebestreifen oder anderes „Sichtfeld blockendes Etwas“ vor der Linse mehr nötig. Die Kameraqualität ist ausreichend gut und auch das Mikrofon weiß zu überzeugen.
(Per seitlichen Schiebeschalter wird die Webcam deaktiviert)
Und die Tastatur?
Die beleuchtete Tastatur schreibt sich ziemlich gut, bietet einen kurzen Hub und kaum Flex. Mir hat sie ziemlich gut gefallen, da ich auch an meinem Arbeits-PC mit einer flachen, notebooktypischen Tastatur schreibe. Das Trackpad fällt recht groß aus, dürfte eventuell aber gerne noch größer sein. Hier werden normale Bewegungen wie auch Gesten unterstützt.
Oben rechts ist im Power-Button ein Fingerabdrucksensor verbaut, den man beispielsweise mit Windows Hello verknüpfen kann. Das klappte im Test auch ohne Beanstandung.
Das Klicken im unteren Bereich für „Mausklick“ Linke- oder Rechts ist spürbar und gelingt ziemlich gut. Nachteile bestehen darin, dass die Eingaben beim Spielen in Kombination mit den Tastatureingaben nicht immer umgesetzt werden, oder man manchmal Aussetzer hat. Hier macht sich eine externe Maus definitiv besser.
Akku & Alltag: Wie lange hält er durch?
Die versprochenen 16 Stunden des Herstellers sind, wie so oft, eher ein theoretischer Wert für Schreibarbeiten bei minimaler Helligkeit. Im echten Leben, wenn man surft, Videos schaut oder mal was zockt, etwas herunterlädt oder Ähnliches, landet man eher bei 6 Stunden. Wer nur Texte tippt, kommt vielleicht auf die 10-14h. Das ist okay, aber kein Weltrekord. Geladen wird bequem per USB-C mit dem beiliegenden 65 Watt Netzteil.
Technische Daten des Geekbook X14 Pro Notebooks
| GEEKOM Geekbook X14 Pro | |
| Display | 14″ OLED, 2.8K, 2880 x 1800, 120 Hz, 100% DCI-P3, 450 Nits |
| CPU | Intel Core Ultra 9 185H 2,5-5,1 GHz, 45W TDP, (16 Kerne / 22 Threads) |
| RAM | 32 GB LPDDR5x (7467 MT/s) verlötet |
| Speicher | 2 TB NVMe SSD (M.2 2280, austauschbar) |
| Grafik/iGPU | Intel Arc Graphics (integriert) |
| Akku | 72 Wh ca. 6-8 Std. Realbetrieb, max. 6h |
| Gewicht | ca. 1,0 kg (Aluminium CNC) |
| Besonderheiten | Webcam Kill-Switch, Fingerprint-Sensor, USB4 |
| Zubehör | Inkl. USB-C Hub (HDMI, USB-A, PD, LAN) |
| Preis UVP | ca. 1599€, zum Testzeitraum ~1300€ mittels Gutschein |
Fazit: Für wen ist das Teil?
Das Geekbook X14 Pro ist für Leute, die recht viel Performance im schlanken Gehäuse suchen. Ein vergleichbar ausgestattetes Huawei MateBook X Pro kostet locker 1.000 Euro mehr. Ja, man muss mit dem Lüftergeräusch unter Last und dem spiegelnden Display leben, aber dafür bekommt man hier ein potentes Kraftpaket, das fast nichts wiegt. Und gerade das Display ist Begeisterung pur.
Legt man auf eine flottere GPU Wert oder sucht mehr Performance, gibt es natürlich besser ausgestattete, aber auch dickere und schwerere Notebooks. Dennoch muss man sagen, dass das Erstlingswerk von Geekom ein sehr ordentlicher Start für die Notebook-Sparte geworden ist.
Praktisch und cool: GEEKOM legt oft noch einen USB-Typ-C Hub mit in den Karton, falls dir die Anschlüsse am Gerät (immerhin USB-C mit Power Delivery, USB-A und HDMI) nicht reichen.
















