Plex verdreifacht Lifetime-Pass-Preis auf 750 Dollar Plex, Plex Pass, Streaming
Plex erhöht den Preis für den Lifetime Pass ab Juli 2026 von 250 auf 750 Dollar. Das ist die zweite drastische Preiserhöhung innerhalb von zwei Jahren. Die Entscheidung wird in der Community scharf kritisiert und könnte Nutzer zu Alternativen wie Jellyfin oder Emby treiben.
Plex hat eine Preiserhöhung angekündigt, die selbst in einer Branche voller kreativer Abo-Modelle auffällt. Ab Juli 2026 kostet der Lifetime Plex Pass 750 Dollar. Das ist das Dreifache des aktuellen Preises von 250 Dollar. Wer dachte, die Verdopplung im letzten Jahr sei schon ambitioniert gewesen, wird jetzt eines Besseren belehrt. Die Reaktionen in der Tech-Community reichen von ungläubig bis empört, und das nicht ohne Grund.
Von 120 auf 750 Dollar in zwei Jahren
Der Lifetime Plex Pass kostete ursprünglich 120 Dollar. Vor einem Jahr verdoppelte Plex den Preis auf 250 Dollar. Jetzt folgt die nächste Stufe: 750 Dollar. Das ist eine Preissteigerung um 525 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Wer noch vor Juli zuschlägt, zahlt die aktuellen 250 Dollar. Danach gilt der neue Preis. Die monatlichen und jährlichen Abos bleiben unverändert bei 4,99 Dollar pro Monat beziehungsweise 39,99 Dollar pro Jahr.
Der Lifetime Pass war lange Zeit eine attraktive Option für Nutzer, die ihre eigene Mediensammlung verwalten wollten, ohne sich langfristig an ein Abo zu binden. Features wie Hardware-Transkodierung, Offline-Downloads auf Mobilgeräten, erweiterte Musikfunktionen und Live-TV-DVR waren exklusiv für Pass-Besitzer. Mit dem neuen Preis wird diese Option für viele schlicht unrealistisch.
Abo-Modell als einzige Alternative
Die Preissteigerung wirkt wie ein gezielter Versuch, Nutzer vom Lifetime-Modell weg und in Richtung wiederkehrender Abos zu lenken. Bei 59,99 Euro pro Jahr müsste man einige Jahre zahlen, um auf 750 Dollar zu kommen. Das klingt nach einer langen Zeit, aber für Nutzer, die Plex seit Jahren nutzen und noch Jahre nutzen wollen, war der Lifetime Pass genau deshalb attraktiv. Jetzt wird diese Rechnung bewusst unattraktiv gemacht.
Plex selbst hat die Preiserhöhung mit steigenden Entwicklungskosten und dem Ausbau neuer Features begründet. Welche Features das konkret sind, bleibt unklar. In den letzten Jahren hat Plex zwar Funktionen wie Discover, Watchlist und Integration von Streaming-Diensten hinzugefügt, aber viele dieser Features richten sich eher an Gelegenheitsnutzer als an die Kernzielgruppe der Pass-Besitzer. Die eigentliche Stärke von Plex liegt nach wie vor in der Verwaltung eigener Mediensammlungen, und genau diese Nutzer fühlen sich jetzt vor den Kopf gestoßen.
Community-Reaktionen: Von Enttäuschung bis Wut
Die Reaktionen in der Tech-Presse und in Nutzer-Foren sind eindeutig. Android Authority bezeichnete die Preiserhöhung als borderline offensive, Ars Technica sieht darin einen Versuch, Nutzer in Abos zu zwingen. The Verge weist darauf hin, dass die Verdreifachung nach einer Verdopplung im Vorjahr besonders dreist wirkt. In den Kommentarspalten und auf Reddit häufen sich Berichte von Nutzern, die ihren Pass noch schnell vor der Deadline kaufen oder gleich zu Alternativen wie Jellyfin oder Emby wechseln wollen.
Jellyfin ist Open Source und komplett kostenlos, bietet aber weniger Komfort und weniger polierte Apps. Emby verlangt ebenfalls ein Abo oder einen Lifetime Pass, der aktuell bei 119 Dollar liegt. Beide Alternativen haben ihre eigenen Schwächen, aber die Preispolitik von Plex macht sie plötzlich deutlich attraktiver.
Was das für Nutzer bedeutet
Wer bereits einen Lifetime Pass besitzt, ist fein raus. Die Preiserhöhung betrifft nur Neukäufe. Wer noch keinen Pass hat und mit dem Gedanken spielt, hat bis Juli Zeit, sich für 229,99 Euro einzukaufen. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie lange ihr Plex nutzen wollt und ob ihr den Features des Pass überhaupt Wert beimesst. Für Gelegenheitsnutzer reicht die kostenlose Version oder das Jahresabo. Für Power-User, die ihre Bibliothek intensiv nutzen und Hardware-Transkodierung brauchen, könnte der aktuelle Preis die letzte Chance sein.
Langfristig sendet Plex aber ein problematisches Signal. Wer garantiert, dass der Preis nicht in zwei Jahren wieder steigt? Wer garantiert, dass der Lifetime Pass nicht irgendwann ganz eingestellt wird? Die Glaubwürdigkeit von Plex als Plattform für Nutzer, die Kontrolle über ihre Medien behalten wollen, nimmt mit solchen Entscheidungen Schaden.
Ausblick und offene Fragen
Die Preiserhöhung zeigt, wie schwierig es für Unternehmen geworden ist, nachhaltige Geschäftsmodelle jenseits von Abos zu etablieren. Plex versucht seit Jahren, sich breiter aufzustellen, mehr Mainstream-Nutzer zu gewinnen und gleichzeitig die Kernzielgruppe nicht zu verlieren. Mit dieser Entscheidung riskiert das Unternehmen genau das. Die Frage ist, ob Plex die Rechnung aufgeht oder ob die Community langfristig abwandert.
Nutzt ihr Plex mit einem Lifetime Pass, oder seid ihr schon zu Alternativen gewechselt? Und was haltet ihr von der Preispolitik: nachvollziehbar oder dreist?
