WhatsApp führt Abo für Werbefreiheit ein – Rund 4 Euro pro Monat im Gespräch Abo-Modell, Status-Werbung, Android-Beta, EU-Datenschutz
WhatsApp testet ein optionales Abo für Werbefreiheit im Status-Tab. Der Preis liegt laut Android-Beta bei rund vier Euro pro Monat. Private Chats bleiben weiterhin komplett werbefrei.
Der Blick auf den WhatsApp-Status gehört für viele von euch genauso zur morgendlichen Routine wie der erste Kaffee. Einmal durch die Urlaubsfotos, Konzertclips und kryptischen Sprüche wischen und fertig. Genau dieser Bereich steht nun vor einer spürbaren Veränderung. In der aktuellen Android-Beta 2.26.3.9 taucht erstmals ein konkreter Preis für eine werbefreie Nutzung auf, wie Schmidtisblog.de berichtet, rund vier Euro pro Monat.
Konkreter Preis erstmals in der Beta sichtbar
Bislang war Werbung bei WhatsApp eher ein theoretisches Konstrukt, über das Meta seit Jahren nachdenkt. Nun wird es greifbar. In der Beta-Version zeigt sich ein optionales Abo, mit dem sich Werbung im sogenannten „Aktuelles“-Reiter vollständig ausblenden lässt. Gemeint sind sowohl Werbeeinblendungen zwischen Statusmeldungen als auch gesponserte Kanäle, die sonst prominent vorgeschlagen werden.
Wichtig dabei: Es geht nicht um den gesamten Messenger. Private Chats, Gruppen und Anrufe bleiben nach aktuellem Stand komplett werbefrei. WhatsApp beschränkt die Monetarisierung bewusst auf den Bereich, der ohnehin stärker an Social-Media-Mechaniken erinnert.
Werbung nur im Status- und Kanalbereich
Meta verfolgt hier eine klare Linie. Werbung wird ausschließlich dort platziert, wo keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung greift. Der Status-Tab und die Kanäle sind öffentlichere Formate, weshalb sich hier Anzeigen integrieren lassen, ohne die private Kommunikation anzutasten. Für das Targeting nutzt WhatsApp lediglich grobe Signale wie Standort und Sprache sowie Interaktionen innerhalb dieses Tabs.
Dieses Modell kennen viele von euch bereits von Facebook und Instagram. Auch dort gibt es in Europa die Wahl: personalisierte Werbung akzeptieren oder monatlich zahlen und dafür Ruhe haben.
EU-Regeln zwingen Meta zur Wahlfreiheit
Hintergrund der ganzen Nummer sind die strengen EU-Vorgaben rund um Datenschutz und personalisierte Werbung. Große Plattformen müssen Nutzern eine echte Alternative bieten, wenn diese nicht wollen, dass ihre Daten für Werbung genutzt werden. Für Meta heißt das: Entweder Werbung oder ein kostenpflichtiges Abo.
Dass WhatsApp diesen Weg geht, überrascht daher wenig. In den USA laufen entsprechende Werbetests im Status-Bereich bereits seit dem vergangenen Jahr. Europa und das Vereinigte Königreich folgen nun, wenn auch mit der zusätzlichen Option eines Bezahlmodells.
Abrechnung über den Play Store, Start wohl 2026
Das Abo soll als In-App-Kauf über den Google Play Store laufen und sich dort jederzeit verwalten oder kündigen lassen. Laut den aktuellen Informationen befindet sich das Feature noch in der Entwicklung. Meta selbst hat den Preis und den Starttermin bislang nicht offiziell bestätigt.
Erwartet wird die Einführung im Laufe des Jahres 2026, sobald technische Details und rechtliche Fragen geklärt sind. Ob es bei den vier Euro bleibt oder sich der Betrag je nach Land noch ändert, ist offen.
Einschätzung
WhatsApp bleibt im Kern kostenlos, aber der Status-Bereich wird künftig zur Monetarisierungszone. Vier Euro im Monat sind absolut kein Schnäppchen, aber auch kein Totalschock, vor allem für Nutzer, die den Status intensiv nutzen und Werbung konsequent meiden wollen. Spannend wird, wie viele von euch tatsächlich zahlen oder ob der Status-Tab einfach an Bedeutung verliert. Wie seht ihr das: zahlen oder ignorieren?
