Kleinanzeigen setzt auf OpenAI – ChatGPT durchforstet ab sofort 58 Millionen Inserate ChatGPT-Integration, 58 Millionen Anzeigen, Dialogbasierte Suche
Kleinanzeigen integriert ChatGPT, um die Suche in 58 Millionen Anzeigen zu vereinfachen. Statt durch starre Filter zu klicken, können Nutzer ihre Wünsche im Dialog mit der KI formulieren. Suchbegriffe und Standortdaten werden an OpenAI übertragen, sensible Daten bleiben laut Kleinanzeigen auf den eigenen Servern.
Wer schon mal versucht hat, auf Kleinanzeigen eine gebrauchte Kaffeemaschine mit genau drei Funktionen, silbernem Gehäuse und Verfügbarkeit im Umkreis von 15 Kilometern zu finden, kennt das Problem: Die Suchmaske ist starr, die Filter sind begrenzt und am Ende scrollt man sich durch hunderte irrelevante Treffer. Kleinanzeigen will dieses Erlebnis jetzt grundlegend verändern und hat dafür eine Integration mit ChatGPT von OpenAI gestartet. Statt durch vorgefertigte Kategorien zu klicken, könnt ihr eure Suchanfragen künftig einfach im Dialog mit der KI formulieren.
KI versteht auch vage Anfragen
Das System greift auf durchschnittlich 58 Millionen aktive Anzeigen zu und soll auch unpräzise oder sehr individuelle Beschreibungen verstehen. Ihr sucht ein Smartphone mit besserer Kamera als euer aktuelles Modell? Oder eine Wohnung in ruhiger Lage mit Garten und Schulen in der Nähe? ChatGPT soll solche Anfragen interpretieren und passende Treffer liefern, ohne dass ihr euch durch endlose Filterlisten kämpfen müsst. Die Idee dahinter ist simpel: Je besser die KI versteht, was ihr wirklich wollt, desto schneller findet ihr das Richtige und desto weniger unnötige Nachfragen entstehen zwischen Käufern und Verkäufern.
Technologie statt reiner Anzeigenmarkt
Für Kleinanzeigen ist die Integration auch ein strategisches Statement. Das Unternehmen hat sich 2023 erfolgreich von der alten Marke eBay Kleinanzeigen gelöst und will sich jetzt bewusst als Technologie-Player positionieren. In einem hart umkämpften Markt, in dem andere Plattformen längst auf KI setzen, ist dieser Schritt nachvollziehbar. Gleichzeitig passt die Funktion gut zum Gedanken der Kreislaufwirtschaft: Je einfacher und schneller gebrauchte Produkte den Besitzer wechseln, desto länger bleiben sie im Umlauf und desto weniger landet unnötig im Müll.
Datenschutz mit Einschränkungen
Beim Thema Datenschutz gibt Kleinanzeigen an, nur das Nötigste an OpenAI weiterzugeben. Konkret bedeutet das: Suchbegriffe und grobe Standortangaben werden übertragen, während Login-Daten, Chatverläufe, Profilinformationen und Zahlungsdaten komplett auf den eigenen Servern bleiben sollen. Die eigentliche Kontaktaufnahme und der Kauf laufen weiterhin ausschließlich über die Kleinanzeigen-Plattform. Ob diese Trennung in der Praxis wirklich so sauber funktioniert, wird sich zeigen müssen. Immerhin arbeitet OpenAI mit einem US-amerikanischen Rechtsrahmen, der nicht immer deckungsgleich mit europäischen Datenschutzstandards ist.
Schrittweiser Rollout geplant
Die Integration soll in den kommenden Monaten schrittweise ausgebaut werden. Details dazu, wann genau welche Funktionen für alle Nutzer verfügbar sind, hat Kleinanzeigen bisher nicht genannt. Klar ist aber: Die Plattform setzt damit auf einen Trend, der sich schon länger abzeichnet. Immer mehr Menschen wollen nicht mehr durch starre Suchmasken navigieren, sondern einfach sagen oder schreiben, was sie brauchen. Ob ChatGPT das besser kann als die bisherige Suche, hängt am Ende davon ab, wie gut die KI mit den spezifischen Eigenheiten des deutschen Gebrauchtmarkts zurechtkommt.
Habt ihr schon Erfahrungen mit KI-gestützten Suchfunktionen gemacht? Würdet ihr so eine Funktion auf Kleinanzeigen nutzen oder bleibt ihr lieber bei der klassischen Filtersuche?


