AnkerMake M5 Testbericht – ab 849€ – Im Test: Super schneller 3D-Drucker von Anker bis zu 250mm/s, Autolevel Sensor, Kamera, App

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Anker kennt ihr sicherlich von Powerbanks und Ladekabeln und ebenso sicherlich auch den Audioableger Soundcore. Jetzt will der Hersteller auch im 3D-Druck Bereich punkten, aber nicht irgendwie sondern mit geballter Kraft: der AnkerMake M5 soll bis zu 250mm/s an Druckgeschwindigkeit erreichen und so 5x schneller sein als ein herkömmlicher 3D-Drucker.

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AnkerMake M5 Aufbau und Größe

Auf AnkerMake.com könnt ihr den super flotten und zeitgleich schicken Drucker bereits für 849€ vorbestellen. Die Veröffentlichung erfolgt aber erst Mitte Dezember. Angepeilt wird der 12.12.2022. 

Technische Daten 3D-Drucker • bis zu 250mm/s Druckgeschwindigkeit • Autolevelsensor • HD-Kamera • Touchscreen • App Anbindung • WLAN
Ankermake.com 3-7 Tage Lieferzeit Versand aus europa
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Aktuell ist der brandneue 3D-Drucker von Anker noch nicht verfügbar, wird aber Mitte Dezember veröffentlicht. Momentan könnt ihr ihn zumindest für 849,00€ auf Ankermake.com vorbestellen.

ankermake m5

VorteileNachteile
+ Sehr schneller Aufbau, kein Vorwissen notwendig Lüfter ziemlich laut
+ automatisches 49 Punkt Druckbett Leveln  Slicer noch in Beta
+ Eigener Ankermake Slicer Fokus auf PLA legen für diese Druckgeschwindigkeit
+ App Anbindung+ Kamera Zugriff/Nachtsicht höherer Preis als angekündigt
+ Super schnelle Drucke AI-KI Erkennung funktioniert noch nicht richtig
+ Saubere Drucke 
+ Stabile Konstruktion 

Technische Daten des AnkerMake M5

 AnkerMake M5
DrucktechnikFDM
Druckfläche235 x 235 x 250 mm
Abmessung Drucker / Gewicht502 x 438 x 470 mm / 14,3 kg
Druckgeschwindigkeit / Beschleunigung bis zu 250 mm/s, / 2500 mm/s²
Genauigkeit ±0,1 mm
Arbeitsgeschwindigkeit50-250 mm/s
ExtruderUltra Direct Extruder
Düsengröße0,4 mm, 1,75 mm Filament
Düsentemperaturmax. 260°
Druckbetttemperatur100°C
Lautstärke im Betriebmax. 50dB
SoftwareAnker Eigenentwicklung, Ankermake (App/PC/MacOS)
Features7×7 Autolevel Sensor, Filamentsensor, integrierte Kamera, Licht/Infrarot Nachtsicht
AnbindungWLAN, USB-Typ-C, USB Kabel
ProzessorIngenic X2000 Dual XBurst 1,2 GHZ+ XBurst 240MHz, Marlin STM32F407
Stromverbrauch 350W

Testberichte / Erfahrungen / Meinungen

Schneller Aufbau in 15 Minuten

Wer schon einmal günstige 3D-Drucker gekauft hat, weiß wie Zeitaufwändig der Aufbau sein kann. Anker will diesen Schritt umgehen und verspricht, auch als Laie, einen Aufbau von ~15 Minuten. Bei unserem exklusiven Besuch in London bei der Anker Präsentation wurde geschildert, dass lediglich der fertige Z-Achsenaufbau mit 4 bereits im Gehäuse befindlichen Schrauben, verschraubt werden muss und man danach wohl schon einsatzbereit wäre.

Gut verpackt mit viel Zubehör

Die Umverpackung fällt recht groß aus, der Inhalt ist aber sehr sicher verpackt. Dem Lieferumfang liegen sogar ein zweiter Druckkopf und mehrere Messingdüsen in unterschiedlichen Größen vor. Anker geht hier wohl direkt von einem höheren/schnelleren Verschleiß aus. Bei der immensen Druckgeschwindigkeit aber verständlich. Immerhin spart man gut die Hälfte, oder mehr, der Druckzeit ein. 

Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Test Umverpackung Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Test Umverpackung & Inhalt Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Test Zubehör

Flotter Aufbau mit wenigen Schrauben

Der Aufbau ist tatsächlich nicht wirklich der Rede Wert. Das richtet sich auch an Einsteiger. Wer noch nie einen 3D Drucker in Betrieb genommen hat, dem macht es Anker ziemlich einfach.

Eventuell benötigt man aber noch ein paar Hände zur Unterstützung, alleine geht es auch, wird aber etwas fummelig. Der Z-Achsenaufbau wird auf den unteren geschlossenen Korpus, inklusive zweier Kabel gesteckt und die Verschraubung befindet sich auf der Unterseite unter einem abnehmbaren Kunststoffdeckel verborgen.

Ankermaker m5 Review & Testbericht Aufbau Ankermaker m5 Review & Testbericht Aufbau Ankermaker m5 Review & Testbericht Aufbau

Hat man die 4 Schrauben je Seite verschraubt, klemmt man die kurzen Motoren-Kabel an jeder Seite an und führt die längeren schwarzen USB-Typ-C Kabel mittig zu der jeweiligen Aufnahme und verschraubt sie ebenso mit jeweils 2 Schrauben. Danach kann das Fach wieder geschlossen werden.

Nun muss nur noch der Filamentrollenhalter mit 4 Schrauben befestigt werden. Fertig. Zeitansatz: keine 10 Minuten.

Hierbei fällt direkt der schwere und stabile Aufbau des Druckers auf. Die Grundfläche ist groß und wirkt sehr massiv. Auch der Z-Achsenaufbau ist dicker und stabiler als man es von den üblichen Rahmenprofilen anderer Hersteller her kennt. Beim schnellen Drucken wurden hier kaum Vibrationen auf den Tisch übertragen. 

Die beiden Bänder der Y-Achse können bei Bedarf auch schnell über die Rückseite gespannt werden.

AnkerMake M5 Ersteindruck Aluminiumgehäuse

Schnelle Drucke des Prototypen

Je schneller man drucken kann, umso weniger Zeit und Strom benötigt man für das Projekt. Das schreiben sich natürlich viele Drucker auf die Fahne, können es aber nur bedingt umsetzen. Die Bewegungsgeschwindigkeit liegt bei 250mm/s und Außenwände werden auch mit 250mm/s gedruckt. Das lässt sich natürlich auch geringer im Slicer einstellen, sofern notwendig. Dass die hohe Druckgeschwindigkeit nicht nur leere Phrasen sind, konnten wir in London beobachten.

AnkerMake M5 Ersteindruck & schneller Druck

Viel wichtiger bei hoher Geschwindigkeit ist natürlich auch die Druckqualität. Je nach verwendeten Einstellungen und genutztem Filament schwanken die Ergebnisse. Durchweg war das Druckergebnis aber immer noch ziemlich gut, wenn man bedenkt welch hohe Bewegungsgeschwindigkeit hierbei erreicht werden kann. Dafür das es nur ein normaler kartesischer Drucker ist, ist die Qualität schon beachtlich.

AnkerMake M5 Ersteindruck & Druckergebnise

Erste, sehr schnelle Drucke der finalen Version

PLA Drucke 

Habt ihr schon mal ein Benchy Schiffchen in 41 Minuten gedruckt? Nein? Ich auch nicht. Beim ersten Start werdet ihr vermutlich verdutzt gucken, wie flott selbst die erste Schicht gedruckt wird. Krass, einfach nur krass.

Und vor allem ist das Ergebnis verdammt gut, da kann man eigentlich kaum etwas bemängeln. Klar perfekt ist es nicht, für die kurze Druckzeit aber einfach enorm. Normalerweise bedarf es um die 1:15 Minuten je nach Drucker und Einstellung.

Die folgenden Bilder spiegeln aber wie so oft nicht das realistische Ergebnis per Auge wider. Kameras ziehen immer die Drucklinien sichtbarer hervor, ebenso schwankt das in den Aufnahmen mit dem jeweiligen Lichteinfall stark.

Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Benchy in 41 Minuten Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Benchy in 41 Minuten

Die zweite Testdatei ist ein Torture Drucker Test. Auch der ist super flott unterwegs und auch hier passt die Qualität. Gerade die Spitzen am Ende beeindrucken mich schwer. Sauber, spitz, ohne Würste. Bei der Geschwindigkeit. Hammer. Ich bin wirklich begeistert.

Gut die Haftung ohne Brim war nicht so toll, ein paar längere Überhänge sind nicht perfekt gerade, aber ansonsten wunderbar. Die Druckzeit lag bei etwas über 2h.

Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Test Druck Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Test Druck

Um den Drucker und die hohe Geschwindigkeit im verbunden mit der Kühlung mal richtig auszutesten, hab ich erneut den Torture Lattice Cube gedruckt. Was soll ich sagen… So gut und vor allem so schnell hab ich den Würfel noch nie gedruckt gesehen.

Nach etwas über 2 Stunden war er fertig. Normalerweise druckt man hier 4-5 Stunden. Die Unterseite, die üblicherweise immer das Problem ist, sieht sehr gut aus. Klar auch hier sieht man die Ansätze des Druckers, aber im Gesamten das beste Ergebnis, das ich je in der Geschwindigkeit gedruckt hab!

Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Test Druck Torture Latice Druck ~2h Ankermaker m5 Review & Testbericht PLA Test Druck Torture Latice Druck ~2h

Flexibles Filament/TPU

Auch das klappt ohne Probleme. Allerdings sieht man hier das der Bug deutlich langsamer gedruckt werden muss um korrekt in Position abzukühlen. Aber der Rest der Kajüte schaut auch wirklich super aus. Dem flexiblen Filament geschuldet sind hier die Rundungen im Bullauge, also die kleinen Überhänge nicht so sauber wie mit PLA. Zeitansatz auch hier ~40 Minuten.

Ankermaker m5 Review & Testbericht TPU/Flexibles Filament Ankermaker m5 Review & Testbericht TPU/Flexibles Filament

PETG

Mit der Geschwindigkeit und der entsprechend angepassten Drucktemperatur der Düse/ des Druckbettes kann man theoretisch auch gut PETG drucken. Bei mir hat sich der Benchy Körper auf ungefähr der Hälfte des Drucks gelöst bzw. hatte ich Spagettisalat. Die AI KI hatte den Druck übrigens nicht automatisiert gestoppt.

Ankermaker m5 Review & Testbericht Aufbau PETG Testdruck

Mit dem zweiten Versuch klappte es bedeutend besser. Was auch immer der Fehler beim ersten Versuch war. Die Pre -Settings hab ich direkt aus dem AnkerMake Slicer genutzt, anpassungen lagen keine vor. Das Endergebnis kann sich erneut absolut sehen lassen. Zeitlich hat es etwas länger als via PLA gedauert, hier lag ich bei 51 Minuten.

Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer Testdruck PETG Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer Testdruck PETG

Filament Sensor

Der ist natürlich auch integriert und funktioniert sehr gut. Er erkennt zuverlässig wenn das Filament zur Neige geht oder auch abgerissen ist. Unbeabsichtigt hatte ich eine Filamentrolle die leider nicht sauber gerollt war. Entsprechend konnte das Filament nicht sauber gezogen werden.

Der Druck wurde nach dem erneuten einführen des Filamentes weiter durchgeführt, an den insgesamt drei Unterbrechungen sieht man aber eine kleine Trennung in der Schicht. Nicht unbedingt schön, aber immerhin konnte ich den 6 Stunden Druck vorsetzen. Letzteres ist auch beachtlich für die Druckgröße.

Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer Filamentsensor

Filamentwechsel

Grundsätzlich funktioniert das gut, siehe Bilder oben. Der Wechsel des Filamentes klappt aber nicht so ganz wie vorgesehen. Reißt das Filament ab oder geht zu Ende stoppt der Drucker den Druck und zeigt eine Meldung auf dem Display an. Die Düse muss erneut geheizt werden und man hat dann die Wahl das Filament zu schieben oder rückwärts fahren zu lassen. Der logischste Schritt wäre es rückwärts fahren zu lassen das er durch den Filamentsensor kommt, man den Rest greift und herausziehen kann.

Blöderweise fördert der Dirct Extruder aber nicht genug Material nach. Irgendwie auch logisch, da es der kürzeste Weg zur Düse ist, die Material länge reicht dann nicht aus die gut 7cm durch den Filamentsensor zu schieben.

Also fördert man das Filament doch automatisch nach vorne und lässt es geschmolzen über die Düse austreten. Damit schiebt man aber gut 12-15 cm Fialment durch die Düse, statt sie einfach hinten rausziehen zu können. Zeitlich dauert das eben auch ein wenig länger.

Ja, ok, man könnte natürlich auch einfach den PTFE Bowden Schlauch lösen und das Filament herausziehen, aber das ist recht fummelig mit links anliegenden Druckkopf. Am Extruder selbst will ich nicht fummeln, nicht das ich die Position minimal verändere und mir den Druck versaue.

Große Modelle drucken

Halloween steht vor der Tür, da kommt die hohe Geschwindigkeit des Ankermake M5 genau richtig. Mit den Einstellungen 0,2mm, 3 Außenwände, 6 Decken/Boden Ebenen und je nach Modell 5% Infill oder auch keins mit der 250mm/s Druckgeschwindigkeit für Außenwände arbeite ich hier.

Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer größere Modelle Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer größere Modelle

Wer es groß braucht bekommt es auch. Der RAM Kopf oben besteht aus 4 Einzelteile, wo sich die Zeit zwischen 1,5 und knapp 6 Stunden Druckzeit aufteilt.  Auf anderen Druckern hätte ich das nur bedingt in 3-4 Tagen fertigstellen können. Ok die Hörner fehlen noch, das sind je Seite ebenfalls 4 Teile. Druckzeit je teil 1,5-10 Stunden. 

Eventuell schaffe ich es ja noch bis zum Wochenende die teile fertig zu drucken und zu bemalen. 🦾 Übrigens hat der Filamentwechsel von schwarz auf das rote Filament besser geklappt als oben bei der kleineren Maske. Hier ist keine harte Linie beim neu ansetzen zu sehen.

Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer größere Modelle Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer größere Modelle

So schauen übrigens die fertigen, grundierten und bemalten Modelle bei mir aus. Am RAM Kopf erkennt man noch einige Drucklinien, das wer beispielsweise ein Teil das ich in 0,3mm Gedruckt hatte. Der Rest aufgrund der besser geschlossenen Linien wurde mit 0,2mm gedruckt.

Insgesamt hab ich hier für den riesigen RAM Kopf fast 2kg Filament verbraten. Allerdings bin ich schier begeistert in welcher Zeit ich das große Modell drucken konnte. Auf allen anderen bisher genutzten Druckern wäre es sicher ein 3-4 Wochen Projekt geworden. So hab ich das Ganze aber in gut 1,5 bis 2 Wochen durchgedruckt. Das mit ungefähr 2 Teilen pro Tag, da ich den Drucker nicht Nachts laufen ließ. 

Da ich ja noch fleißig weitergedruckt habe hier noch ein Center-Lautsprecherständer aus PLA mit eSun PLA+Filament in Bone White.

Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer große Drucke Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer große Drucke

Die Basis/Deckel wurde in je 2:25 Stunden gedruckt, die 4 Säulen lagen im Gesamten bei 3:25 Stunden. Settings: Standard bei 0,2mm Schichthöhe, Infill lag bei 5-7 %. Das macht zusammen um die 8,5h für diese „kleine“ Projekt. Die Säulen sehen nahezu perfekt aus. Am Boden und Deckel gibt es 1-2 Stellen die besser am Rand ggeschlossen sein könnten. Ansonsten gibt es da absolut nichts zu meckern. 

Ankermaker M5 Review & Testbericht Ankermake Slicer Lautsprecherständer
(und so schaut das ganze am Center Lautsprecher aus)

Zwischenfazit der Drucke 

Auf ABS hab ich in diesem Zuge verzichtet. Ohne geschlossenen Druckraum macht es wenig Sinn, bzw. muss man ABS eh langsamer drucken. In den ersten Testdrucken ging es mir aber primär um die Druckgeschwindigkeit. Der Fokus sollte hier dann wohl auch bei PLA oder vergleichbare Materialien liegen. Auch wenn andere Filamentsorten ohne größere Probleme gedruckt werden können, aber eben nur langsamer.

Die letztendliche Qualität der Drucke liegt auch an eurem verwendeten Filament. Das beigelegte Filament von Anker druckte Super, mein privates durchschnittlich und der Wechsel auf das rote Filament zeigte erneut einen bessere Qualität.

Ebenso muss man ein paar Kleinigkeiten beim Druck beachten.

Wer vorhat bei der Geschwindigkeit auch eine eher gröbere Auflösung von 0,4mm zu fahren, den muss ich leider enttäuschen. Das gibt recht offene, instabile und nicht nutzbare Drucke. Selbst auf 0,3mm reduziert, wird der Druck zwar optisch besser, hat aber nicht die Stabilität, die ich mit 0,2mm bekomme.

Also muss man „zwangsweise“ mit 0,2 mm oder kleiner drucken wenn ich auch die 200-250 mm/s nutzen will. Für mich selbst jetzt absolut kein Problem, da ich immer mit 0,16mm oder wenn es schneller gehen soll in 0,2 mm drucke. 

Für Dickere Schichten müsste ich die Geschwindigkeit beim Druck weiter reduzieren. 

Je nach Filament müsste ich die Drucktemperatur ebenso etwas verringern, da fast überall ein leichtes Stringing vorlag, das bei standardisierten 200°C. Ungefähr 5°C weniger sollte schon helfen.

Hierbei wird auch eine Schmelzkammer mit 1,5x größeren Volumen genutzt, um den schnellen Filamentverbrauch auch zu gewährleisten. Darüber sitzt ein verbesserten mehrstufigen Getriebesystem das 3,1 fach stärker arbeitet und das Filament schiebt oder zieht. Ebenso leistet der verbaute Kühler 1,3x mehr Arbeit als eine herkömmliche Kühllösung.

AnkerMake M5 Ersteindruck Druckkopf AnkerMake M5 Ersteindruck Druckkopf

Autolevel Sensor mit 49 Messpunkten

Vor dem ersten Druck muss man allerdings das Druckbett ausrichten lassen. Der Vorgang dauert gut 10 Minuten, setzt aber 49 Messpunkte fest. Vollautomatisiert muss ich mich um nichts kümmern. Den Z-Achsen Nullpunkt kann/könnte ich später auch anpassen. Das musste ich bei mir aber nach dem Ausrichten nicht tun. Der erste Druck haftetet direkt perfekt auf der magnetischen, abnehmbaren und flexiblen Druckplatte.

Ankermaker M5 Review & Testbericht 49 Stufen Autoleveling

Schnelle App & PC Anbindung & Kamera

Anker hat sich auch hier ambitionierte Ziele gesetzt. Nicht nur als PC-Software, sondern auch als App für iOS und Android soll es die Software geben. 

Um den Drucker in Betrieb zu nehmen, benötige ich nichts weiter. Auf dem internen Speicher liegen bereits zwei Testdateien vor. Alternativ installiere ich den Ankermake Slicer (Beta) und die Ankermake App.

In der von mir genutzten Vorversion musste ich die Region auf USA stellen. Das wird in der finalen Version nicht mehr der Fall sein.

App installiert, ein Account angelegt, per WLAN den Drucker in der Umgebung gesucht, mit 4 Ziffern bestätigt. Fertig. Schon ist man per App mit dem Drucker gekoppelt, kann Updates herunterladen oder direkt Drucker starten/stoppen und die Temperaturen einstellen sowie auf die Kamera mit Licht oder Nachtsicht zugreifen.

Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake App Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake App Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake App Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake App

Per Ankermake Slicer hab ich im gleichen Netzwerk ebenso flott Zugriff. Auf die Kamera kann ich da aber leider (noch) nicht zugreifen.

Die App wie auch das Windows oder Mac Slicer Programm funktionieren sehr gut. Man kann ein Standardprofil nutzen oder auch Experteneinstellung verändern, um Kleinigkeiten an den persönlichen Geschmack oder den jeweiligen Druck anzupassen. Abstürze hatte ich nicht.

Das ausrichten auf den Boden bei manuell gedrehten Modellen bleibt aber ein Krampf. Das Programm erkennt nicht die größte flache Fläche zum aufsetzen auf den Boden. Hab ich ein leicht schrägen Winkel beim rotieren gehabt, bleibt der bestehen. Das Programm erkennt es momentan einfach noch nicht. So muss ich mit minimalistischen Mausbewegungen das Modell manuell ausrichten. Nervig.

Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake Slicer Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake Slicer Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake Slicer

Lediglich das drehen und wenden wie auch das Ausrichten des Modells per linke Maustaste ist etwas fummelig, aber auch daran gewöhnt man sich schnell.

HD-Webcam mit Echtzeitvideos und Zeitrafferaufnahmen

In der Regel dauert ein 3D Druck mehrere Stunden, in denen man immer wieder zum Gerät geht und schaut, ob alles so läuft wie er soll. Auch hier liegt eine einfache und bequeme Lösung vor: Anker hat eine HD-Kamera auf der Z-Achse integriert, mit der man den Druck überwachen kann.

AnkerMake M5 Ersteindruck integrierte HDKamera

Ebene so soll hier eine intelligente Erkennung vorliegen, die den Druck stoppt, sofern etwas außerplanmäßig läuft.  Den Spaghetti Haufen am Morgen sollte man dann wohl nicht mehr sehen. Einen Infrarotsensor für Nachtaufnahmen ohne Licht ist ebenfalls integriert.

Wer mag, kann so auch eine Zeitrafferaufnahme oder natürlich auch normale Videoaufnahmen erstellen lassen.

Ai Erkennung bei Fehldrucken

Wenn eine „Anomalie“ festgestellt wird, piept der Drucker und bei gekoppelter App kommt auch direkt eine Pushnachricht. Allerdings kam die in meinem frühen Softwarestand recht oft vor, aber der Druck lief sauber und ohne Probleme weiter.

Eigentlich lag sehr oft kein Fehler vor, ich weiß somit nicht, was mir der Drucker sagen wollte.  Lediglich einmal hatte ich Filamentsalat, da schlug die Ai-Routine aber nicht an.

Ankermaker m5 Review & Testbericht Ankermake Slicer Fehldrucke

Beim slicen der Datei am PC soll eine „.akpic Datei zu der .agode Datei erstellt werden. Wird sie bei mir aber nicht und somit kann das System wohl nicht die intelligente AI-Erkennung nutzen.

Momentan würde ich sagen, gut gedacht, aber nicht wirklich gut umgesetzt. Der schnelle Blick über die App auf die Kamera bringt mir da einfach mehr. Kommende Updates oder die wirklich finale Software Version des Ankermaker Slicers sollten das beheben können.

Momentan kann man den Slicer aber auch nicht auf Ankermake.com/Software downloaden. Bis zum Release im Dezember wird sich das sicher ändern. Ich halte euch auf dem laufenden.

Gutes Touchdisplay

Für die Steuerung des Druckers und ein paar Einstellungen ist an der Z-Achse ein 4,3 Zoll Farbdisplay verbaut worden. Das Menü wirkte strukturiert und aufgeräumt. Die Bedienung klappt ohne Probleme und die Eingaben werden sauber übernommen. Viel einstellen kann ich im System aber nicht.

Die Druckplatte haftet magnetisch auf dem Heizbett und ist flexibel. Somit lassen sich Drucke nach dem Beenden leicht ablösen. Dem Lieferumfang liegen sogar 2 Druckplatten bei, ebenso einige Ersatzdüsen.

AnkerMake M5 Druckfläche und Display

Lautstärke des Ankermakers M5…

Ja, die ist nicht ohne. Verständlicherweise muss der laufende Druck ja deutlich stärker gekühlt werden. Das äußerst sich eben in einer deutlich hörbaren Lautstärke. Der Drucker selbst, also die Achsenbewegungen, nimmt man nicht wirklich wahr.

Wer den Drucker üblicherweise im Wohnzimmer stehen hat, wird den jetzt wohl umstellen. Der Lüfter ist mit 50dB einfach ziemlich laut. Da man aber gut in der Hälfte der Zeit oder nach einem Drittel der Zeit fertig ist, nimmt man das wohl gerne in Kauf.

Fazit

Prototyp

Durchweg hat Anker hier ein heißes Eisen im Feuer. Der Blick auf den Prototypen machte schon Lust auf mehr und hob die Spannung stark an: groß, schwer und massiv mit einer enormen Druckgeschwindigkeit. 

Auch optisch fällt der Drucker auf, elegant aber präsent stand er inmitten des Raumes. Die Verarbeitung ist sehr gut und eben deutlich schicker gelöst als alle andere herkömmlichen 3D Drucker bis jetzt die auf diesen Formfaktor setzen.

Finale Version

Das der Kickstarter Preis nicht gehalten wird, sollte klar sein. Wer das Projekt unterstützt hatte, bekam ihn somit recht günstig. Der avisierte Straßenpreis sollte  unter 600€ liegen. Mittlerweile ist die Unverbindliche Preisempfehlung bekannt: 849€ werden nun verlangt. Ganz unschuldig ist die Inflation und der schwache Euro dabei nicht. 

Endlich ist auch die finale Version bei uns in der Redaktion eingetrudelt.

Aber eines muss ich klar sagen: ich bin schwer begeistert wie schnell und sauber der Drucker drucken kann, zumindest für seine, nennen wir es mal eher, standardisierte Bauart. Sicherlich gibt es X/Y Core Drucker, oder geschlossene Systeme die deutlich flotter sind, kosten aber auch entsprechend mehr. Auch gibt es Drucker die schon deutlich bessere Finessen wie einen Lidarsensor zum messen des Druckflusses bieten.

 Der Aufbau ist super flott erledigt und auch ein Ersatz Hotend sowie Ersatzdüsen liegen direkt bei.
Wer den Druck etwas langsamer als die krassen 250mm/s angeht, kann hier noch etwas aus der Qualität und dem Druckbild herausholen. Gerade für flexibles Filament, PETG oder ABS etc. wichtig. Mit der hohen Geschwindigkeit bekommt man einige Materialien nicht sauber bedruckt.

Wer seinen Schwerpunkt wie ich eh nur auf PLA legt, liegt hier goldrichtig.

Direkt nach dem Aufbau kann man losdrucken und erzielt saubere, sehr schnelle Ergebnisse. Bei einigen Modellen die fein und filigran sind, muss man ein wenig an den Einstellungen der Software drehen. Ebenso muss man schauen wie viel Support benötigt wird, bei er hohen Geschwindigkeit kann der Drucker die Stützstrukturen auch mal einreißen.  Ein wenig anpassen muss also je nach Modell schon erfolgen. Grundsätzlich gilt das eigentlich aber für fast jeden Drucker. Beim Ankermake M5 liegt aber eine höhere Grundgeschwindigkeit vor die man mit einkalkulieren muss.

Die App funktioniert gut, bietet aber natürlich keine Möglichkeit Daten zu bearbeiten, lediglich Starten/Stoppen und Temperaturen ändern, soweit der Zugriff auf die Kamera sind möglich.

Die Windows Version des Ankermaker Slicers konnte ich nur in einer früheren Version antesten. Klappte zwar gut, aber der Zugriff auf die Kamera fehlte mir noch. Sicherlich wird auch die AI KI-Erkennung noch mit kommenden Updates verbessert. In der Vorversion war sie noch recht nutzlos.  

Die ersten Druckstunden absolvierte Ankers Ankermaker M5 anstandslos. Momentan ersetzt er meine anderen Drucker und bei Änderungen gerade Software/App, AI-Erkennung halte ich euch weiter auf dem laufenden.

 

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Ronny

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