DJI Osmo Pocket 4P: Gimbal-Kamera mit Dual-Kamera-Setup angekündigt 2 Objektive, optischer Zoom
DJI kündigt die Osmo Pocket 4P an, eine erweiterte Variante der kompakten Pocket 4 Gimbal-Kamera mit Dual-Kamera-Setup. Neben der Weitwinkel-Hauptkamera soll ein 3-fach-Zoom-Objektiv verbaut werden. Offen bleibt, wie sich das zusätzliche Objektiv auf Größe und Gewicht auswirkt.
DJI hat die Osmo Pocket 4P angekündigt, eine erweiterte Variante der kürzlich erschienenen Osmo Pocket 4. Das kompakte Gimbal-System erhält laut Hersteller ein Dual-Kamera-Setup mit einer Weitwinkel-Hauptkamera und einem zusätzlichen 3-fach-Zoom-Objektiv. Damit reagiert DJI auf eine der häufigsten Kritikpunkte an bisherigen Pocket-Modellen: die fehlende Flexibilität bei der Brennweite.
Zwei Objektive statt einem
Die Osmo Pocket 4P soll neben der bekannten Weitwinkelkamera eine zweite Linse mit dreifacher optischer Vergrößerung bieten. Das ermöglicht einen Wechsel zwischen verschiedenen Bildausschnitten, ohne dass digitaler Zoom oder nachträgliches Cropping nötig wird. Besonders für Vlogging und dokumentarische Aufnahmen ist das ein echter Zugewinn, weil sich Perspektiven während der Aufnahme ändern lassen, ohne die Position zu wechseln.
Wie genau DJI die beiden Kameras in das kompakte Gehäuse integriert, ist noch offen. Die normale Osmo Pocket 4 arbeitet bereits mit einem 1-Zoll-Sensor und liefert stabile 4K-Aufnahmen dank mechanischer Gimbal-Stabilisierung. Ob beide Objektive der 4P denselben Sensor nutzen oder DJI auf separate Sensoren setzt, hat der Hersteller bislang nicht kommuniziert.
Mehr Brennweite, mehr Gewicht?
Die größte Frage ist, wie sich das zusätzliche Objektiv auf die Kompaktheit auswirkt. Die Osmo Pocket 4 ist gerade deshalb beliebt, weil sie in jede Jackentasche passt und ohne Setup sofort einsatzbereit ist. Ein zweites Objektiv bedeutet mehr Masse, möglicherweise ein größeres Gimbal und im schlimmsten Fall ein weniger handliches Gesamtpaket. Auf dem ersten Bild ist bereits ein höherer Aufbau mit übereinanderliegenden Objektiven und Sensoren zu sehen.
DJI hat mit der Pocket-Reihe bewiesen, dass kompakte Gimbals funktionieren können. Die Pocket 3 war bereits ein großer Schritt nach vorne, die Pocket 4 hat das Konzept mit besserem Sensor und verbesserter Low-Light-Performance verfeinert. Die 4P könnte nun die Lücke zwischen Kompaktheit und Flexibilität schließen, die bisher nur durch Zubehör wie Weitwinkel-Aufsätze notgedrungen überbrückt wurde.
Einordnung: Sinnvolle Ergänzung oder Fragmentierung?
Dass DJI nur kurz nach der Osmo Pocket 4 eine erweiterte Version nachschiebt, ist nachvollziehbar, aber auch ein bisschen ärgerlich für Käufer der Basisversion. Die Pocket 4 ist ein starkes Gerät, aber wer jetzt von der Zoom-Option liest, wird sich fragen, warum DJI das Feature nicht gleich integriert hat. Andererseits: Nicht jeder braucht zwei Objektive, und eine günstigere Einstiegsvariante hat durchaus ihre Berechtigung.
Der Markt für kompakte Gimbals ist überschaubar. Insta360 bietet mit der GO-Serie ultrakompakte Alternativen, aber ohne mechanisches Gimbal. Mit der Insta360 Luna Ultra hat der Hersteller ebenfalls kürzlich ein Video-Gimbal mit 2 Objektiven angekündigt und dadurch DJI eventuell jetzt in Zugzwang gebracht. Die Pocket-Reihe bleibt das Maß der Dinge für alle, die Stabilisierung und Bildqualität in einem handlichen Format wollen. Mit der 4P könnte DJI diesen Vorsprung weiter ausbauen, sofern das Gerät nicht zu sperrig wird.
Bleibt die Frage nach dem Preis. Die Osmo Pocket 4 liegt im mittleren dreistelligen Bereich, die 4P dürfte darüber liegen. Wie viel Aufpreis ist euch ein optisches Zoom wert, und würdet ihr dafür ein etwas größeres Gehäuse in Kauf nehmen?
