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DOOGEE S95 Pro Testbericht – ab 326€

Varianten * 25.01.2020 - 11:19 Uhr aktualisiert zzgl. Versand. Beim Import aus dem Nicht-EU-Ausland werden 19% EUSt fällig und es können Zollkosten ab 150€ Warenwert hinzukommen. (Weitere Infos)

Hier findest du unseren Video-Testbericht.

Outdoor mal anders. Das DOOGEE S95 Pro ist ein modulares Outdoor Telefon. Auf der Rückseite lassen sich magnetische Mods (Zusatzakku, Lautsprecher) schnell und unkompliziert anstecken. Aus technischer Sicht geht man den Weg der Mediatek SOCs: verbaut wird der neue Helio P90 Octa-Core mit 2,2GHz zusammen mit 8GB RAM und 128GB Speicherplatz. Die Displaygröße liegt bei den aktuellen 6,3 Zoll bei 2160×1080 Pixel. Der Akku misst 5150mAh Kapazität, inkl. kabellosen / induktivem Laden. Das Gerät ist selbstredend nach IP68 Wasser- und Staubdicht. Aktuell geht es ab 326,23€ auf Gearbest.com los. Bei den technischen Daten dürfte das DOOGEE S95 Pro eines der aktuell schnellsten Outdoor Smartphones sein.

Modulare Smartphones gibt es schon länger. Wirklich langfristig durchgesetzt ben sich bisher aber keine der verfügbaren Modelle. Dennoch spricht ja nichts dagegen es mal bei einem Outdoor Telefon zu versuchen. Aktuell sind für das DOOGEE S95 Pro lediglich zwei verschiedene Mods bekannt: ein  Akkupack mit zusätzlichen 3500mAh Kapazität, sowie ein Stereo Lautsprecher mit 6W Leistung und integriertem Akku für 10h Musikwiedergabe. Die Mods vom Doogee S90 (zusätzliche Kamera, Walki Talki Aufsatz und Game Controller) sollten wohl auch passen.

Vom optischen geht man auch dem aktuellen Trend nach: so bekommt man ein 6,3″ großes IPS Display mit 2160×1080 Pixel Auflösung in der eine Tropfen Notch für die Frontkamera integriert ist. Die Abmessungen des modularen Outdoor Telefons liegen bei 168 x 79,3 x 13,8mm und einem hohen Gewicht von 285g. Handlich ist es nach wie vor nicht auch wenn es als schlank und dünn beworben wird. Wer zu einem großen robusten nach IP68 Staub- und Wasserdichten Gerät mit NFC und induktivem Laden (10 Watt) greift, wird sich dessen aber bewusst sein.

Im Inneren sorgt der neue Helio P90 Octa-Core mit 2,2GHz Takt für den Anschub. Hier erreichen wir nochmals mehr Leistung (vermutlich über 200.000 Antutu Punkte) als im schon recht flotten Helio P60/70. Zudem wurden gleich 8 GB Arbeitsspeicher (LPDDR4X) sowie erweiterbare 128GB Speicherplatz (UFS 2.0) integriert. Der empfindliche Inhalt wird natürlich mit einer dicken Gummierung und seitlichem Metallrahmen sowie Corning Gorilla Glas 5 geschützt.

Beim rückseitigem Kamera Setup greift man zu einer Triple-Kamera Lösung wie es aktuell auch viele andere Hersteller tun. Als Hauptsensor kommt der Sony IMX582 Sensor mit 48 Megapixel zum Einsatz. Ein weiterer 8 Megapixel Sensor sorgt für die Tiefenschärfe und ein weiterer 8 MP Sensor ist für Weitwinkelaufnahmen zuständig. Grundsätzlich liest sich das Setup schon ziemlich gut. Letztendlich kommt es aber auch auf die Qualität der Linsen und der angepassten Software an. DOOGEE spricht sowohl von einem Nachtmodus als auch allgemein von AI-Funktionen. Die Frontkamera nutz einen nicht näher genannten 16 Megapixel Sensor.

Die Konnektivität haben wir ja schon kurz mit angerissen. Natürlich sind auch Dual-Sim, LTE (inkl. Band 7/20/28), GPS, Bluetooth (welcher Standard verwendet wird, ist noch unbekannt), NFC, USB-Typ-C, ein seitlicher Fingerabdrucksensor sowie Gesichtserkennung per Frontkamera dabei. Auf den beliebten 3,5mm Kopfhöreranschluss verzichtet man aber.

Der Akku mist großzügige 5150mAh Kapazität und kann mit bis zu 12V/2A recht schnell beladen werden. Alternativ steht ja das induktive 10 Watt Aufladen ebenfalls bereit. Letzteres benötigt dann natürlich länger um den Akku wieder auf 100% aufzuladen. Als Betriebssystem kommt Android 9 zur Verwendung. Ein größeres Update oder regelmäßige Sicherheitspatches wird man hier aber nicht bekommen. 

  • Auf Amazon ist das Modulare Import Smartphone nicht gelistet. (Stand 30.10.2019)

Testberichte / Erfahrungen / Meinungen

Groß und schwer wird es bei Outdoor Telefonen wohl immer bleiben da macht das Doogee S95 Pro mit 13,4mm Dicke und einem Gewicht von 285g keine Ausnahme. Dafür liegt es aber erstaunlich gut in der Hand. Die Abrundungen auf der Rückseite sind gut gewählt. Die Bedienelemente lassen sich gut erreichen und drücken sich ebenso gut, wackeln nicht und versinken nicht im Gehäuse. Der seitliche Fingerabdrucksensor funktioniert auch sehr gut, erkennt den eingelesenen Finger ohne Probleme, sitzt für größere Hände aber schlichtweg einfach zu tief. Das im doppelten Sinne. Der Sensor selbst liegt unter dem Rahmen mit einem Abstand von  gut 2mm, das stört beim nutzen aber nicht, jedoch sitzt er für längere Finger zu weit unten im Rahmen. Ein Umgreifen ist hier wohl öfters notwendig. Die Face Unlock Funktion klappte auch ohne Beanstandung und Probleme.

 

Das Display ist groß, hell genug um auch im Außenbereich gut genutzt zu werden, für direkte Sonneneinstrahlung reicht es aber wie meistens, nicht ganz aus. Die Farben sind gut, der Blickwinkel wie gewohnt ebenfalls, die üblichen leichten Schattenwürfe auf hellen Hintergründen hat man aber auch hier um die Notch oder unten am Display. Der Lautsprecher klingt soweit gut, hat aber keinen Tiefgang und kann so bei voller Lautstärke auch mal etwas unangenehm werden. Alle Öffnungen ins Gehäuse sind mit einer Gummikappe versiegelt, die beiden Sim Slots (links/rechts verteilt) sind etwas fummelig aber gut geschützt. Auf einen 3,5mm Port müssen wir aber verzichten, auf entsprechende beiliegende Adapter auch.

Modularität

Aktuell gibt es nur zwei zusätzliche Module die man für einen “schlappen” Aufpreis von ~90€ erwerben kann. Einen 2×3 Watt Lautsprecher mit 2000mAh Kapazität und die Powerbank mit zusätzlichen 3500mAh großen Akku. Die Powerbank schnapp magnetisch einwandfrei an die Rückseite und besitzt eine Aussparung für die Kameras. Das System erkennt die Powerbank direkt an und beginnt auch sofort das Smartphone zu beladen. Die induktive Beladung kann dann natürlich nicht genutzt werden.

 

Der Lautsprecher klickt sich ebenfalls magnetisch auf die Telefonrückseite, hat aber in unserem Fall, ein leichtes Spiel  auf dem Kontakt bzw. gefühlt ist er etwas zu lose. Das äußert sich darin das man oft mit einem kleinen Druck auf den Bereich der Kontakte die Verbindung herstellen muss, meist bleibt es dabei, in der Bewegung aber eben oft auch nicht. Klanglich wird hier der interne Lautsprecher aber locker getoppt, wenngleich alles basslastiger aber deutlich lauter und besser verständlicher wiedergegeben wird. Gerade für Film und Serien Konsum sicher nicht die schlechteste Wahl.

Rückseitig ist auch ein kleiner Ständer ausklappbar, der das Aufstellen zum Kinderspiel macht.

Macht es das Telefon nun besonders? Besonders interessant? Oder ist es eher ein netter Zusatz der leider nicht ganz konsequent umgesetzt wurde, mit alten Geräten nicht kompatibel ist und aktuell einfach zu teuer verkauft wird? Die Funktion der Mods finde ich gut, qualitativ auch gut verarbeitet, aber eben mit dem einen oder anderen Problem im Halt. Und eben zu teuer, sollte der Preis zukünftig fallen ist es sicherlich eine nette Zugabe.

Kamera

Im Kern haben wir hier keine allzu schlechte Kamera, leider scheitert es oft an den verwendeten Linsen und der Software. Im unter 200€ Preissegment wäre sie gut aufgehoben. Nahe Aufnahmen klappen wie gewohnt gut, bieten aber keinen Overkill an tollen Details oder großartig tiefen Bildinformationen. Das fällt bei Landschaftsaufnahmen direkt auf sofern man etwas in das Bild herein zoomt. Die Farbwiedergabe ist gut, der Dynamikumfang klappt auch gut (am Tag), allerdings sind viele Bilder oft zu hell und haben immer mal überbelichtete Bereiche. Alle 3 Sensoren weisen immerhin eine Funktion auf, was schon mal gut ist. Der Portrait/Blur/Boke Modus kann aber nur mit Personen umgehen, bei allen anderen Motiven, auch Händen ist der Effekt nicht sauber und überlagert sogar das eigentliche Motiv. Der HDR Modus funktioniert, grenzt aber helle Bereiche sichtbar stark ab und verändert zusätzlich die Lichtstimmung. Alles Dinge die man ganz sicher nicht will. Von dem rotstichigen Weitwinkelsensor mit unscharfen Bereichen am Rand will ich erst gar nicht reden. Die Frontkamera mag an sich nicht schlecht sein, bekommt aber leider das Gesicht nicht scharf. 
Mit wenig Licht kann man zwar auf Bilder knippsen, ist gegenlicht im Spiel kann der Fokus damit aber nicht umgehen, so wird es überbelichtet und unscharf. Der Nachtmodus toppt das ganze nochmals mit einer völligen Überbelichtung der Lichtquellen. Die Frontkamera mit wenig Licht ist aufgrund der entstehenden Bildfehler kaum zu gebrauchen.
Immerhin dürfen wir nun 4k Videos aufzeichnen, die leider auch etwas zu hell sind. Von der Qualität her stimmt es aber, nur der Autofokus ist da etwas sehr träge, funktioniert aber. Der Ton ist auch brauchbar, eine Bildstabilisierung fehlt aber. Auf Full-HD Aufnahmen sollte man nicht wechseln, hier ist das Bild sichtbar schlechteres, der Fokus ist ebenso träge. Die Frontkamera ist im Grunde auch gut, aber ebenso unscharf und die Bitrate etwas zu niedrig. 
Zum gegebenen Preis von aktuell 325€ ist die Kamera Murks, sollte der Gerätepreis fallen auf meinetwegen 200€ dann schaut es etwas anders aus.

Performance

Der Helio P90 befeuert das System durchweg schnell und flott, der LPDDR4X RAM und die UFS 2.1 Speicheranbindung helfen hier sehr gut. Die Lese- und Schreibraten sind gut, wenngleich die Schreibrate etwas abfällt. Im Grunde kann man alles nutzen und spielen was man mag, oft auch auf vollen Details (teils von Spiel abgängig wie die Hardware erkannt wird). Im Alltag muss man sich hier absolut keine Sorgen machen.

System

Das System läuft gut udn sehr flott,  Abstürze oder beendete Apps hatte ich im Test nicht. Ein Update trudelte ein, änderte aber nicht am Sicherheitspatch vom September 2019, vermutlich wird da hier auch nichts mehr passieren. Schadsoftware ist nicht zu finden, eigene Software nur im Werkzeugkasten mit ein paar nützlichen Tools. Wie leider so oft wird auch hier nur Widewine CDM Level L3 unterstützt, so kann man zwar Netflix und Amazon Prime unterwegs schauen, aber eben nur in der schlechtesten Auflösung.

Konnektivität

Hier gab es nichts tatsächlich nichts zu mosern, der Empfang und auch die Gesprächsqualität ist gut, wenngleich letzteres etwas dumpf klingt, das liegt sicher an der IP68k Zertifizierung der Staub- Wasserdichtigkeit und den damit verbundenen versiegelten Eingängen/Ports. Das GPS Signal ist flott gefunden und erfasst auch schnell einige Satelliten und navigiert zuverlässig und genau. Der WLAN Empfang ist sehr gut, mit einer hohen Reichweite und stabilen Verbindung. Das beladen per induktives Ladepad (nicht beiliegend) klappte auch anstandslos.

Akku

Der 5150mAh große Akku leistet soweit einen guten Job, kann aber keine Bestzeiten erreichen. Der verbaute Helio P90 ist in 12nm gefertigt und verbraucht unter Last entsprechend mehr Strom  als ein moderner Snapdragon in 7 oder 10nm. Für die meisten Nutzer wird es ein 2 Tage Telefon werden, wer viel spielt und eine hohe Display Helligkeit nutzt wird wohl etwas früher laden müssen. Mehr als 2 Tage  wird man hier aber nicht wirklich erreichen können. Immerhin ist der Akku mit dem beiliegenden 24W Netzteil flott beladen.

Fazit

Das Doogee S95 Pro ist beileibe kein schlechtes Telefon, bietet viele Funktionen wie einen flotten Prozessor, NFC und induktives Laden, scheitert aktuell aber am zu hohen Preis von über 300€. Wer zusätzlich die Module noch nutzen möchtet landet bei über 400€. Das ist dann doch zu viel für das gegebene, gerade im hinblick auf die Kamera. Wenn der Preis sinkt, und das wird er, mag es schon wieder ganz anders aussehen. Aber wie weit der Preis nach unten geht, wird erst die Zukunft zeigen. Wirkliche Alternativen im Outdoorbereich mit der Performance oder der Modularität gibt es aber auch nicht.

Features

  • 6,3″ IPS, 2160x1080p
  • Helio P90 Octa-Core 2,2GHz
  • 8+128GB, erweiterbar
  • NFC, Dual-Sim, Dual-Band WLAN, LTE Band 7/20/28, Bluetooth, GPS, USB-Typ-C, 48+8+8MP, 16 MP Frontkamera
  • induktives Laden, IP68, seitlicher Fingerabdrucksensor
  • 5150mAh Akku
  • Android 9

Video

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