eBay lehnt GameStop-Übernahmeangebot ab GameStop, eBay, Übernahme
GameStop hat eBay ein Übernahmeangebot über 56 Milliarden Dollar unterbreitet. eBay lehnte ab und bezeichnete die Offerte als weder glaubwürdig noch attraktiv. GameStops CEO attackierte daraufhin die eBay-Führung öffentlich und kündigte an, die Übernahme weiter voranzutreiben.
GameStop will eBay kaufen. Für 56 Milliarden Dollar. eBay findet das Angebot weder glaubwürdig noch attraktiv und hat abgelehnt. Was nach einer Randnotiz in der Wirtschaftspresse klingt, ist tatsächlich eine der kuriosesten Übernahme-Geschichten der jüngeren Tech-Historie. Denn hier versucht ein Unternehmen, das jahrelang ums Überleben kämpfte und vor allem als Meme-Aktie bekannt wurde, einen etablierten E-Commerce-Riesen zu schlucken. Die Reaktion von eBay fällt entsprechend ungnädig aus.
Das Angebot: 56 Milliarden Dollar und wenig Substanz
GameStop hat eBay ein Übernahmeangebot in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar unterbreitet. Das klingt nach viel Geld, und das ist es auch. Nur: eBay glaubt nicht daran, dass GameStop das Geld tatsächlich aufbringen kann. In einer offiziellen Stellungnahme bezeichnete das Unternehmen die Offerte als weder glaubwürdig noch attraktiv. Das ist Konzernsprech für: Was rauchen die eigentlich?
Die Skepsis ist nachvollziehbar. GameStop, einst eine Ladenkette für gebrauchte Videospiele, hat in den vergangenen Jahren vor allem durch Turbulenzen auf sich aufmerksam gemacht. 2021 wurde die Aktie zum Spielball von Reddit-Tradern, die den Kurs in astronomische Höhen trieben und Hedgefonds in Bedrängnis brachten. Seitdem versucht das Unternehmen, sich als digitaler Player neu zu erfinden, mit mäßigem Erfolg. Dass ausgerechnet diese Firma nun einen der größten Online-Marktplätze der Welt übernehmen will, wirkt wie ein Husarenstück mit fragwürdiger Finanzierung.
GameStop-CEO geht in die Offensive
Statt kleinlaut den Rückzug anzutreten, hat GameStops CEO nachgelegt. Laut NotebookCheck attackierte er die eBay-Führung öffentlich und warf ihr vor, die Firma nur noch zu melken. Die Übernahme nehme trotz der Absage weiter Fahrt auf, heißt es. Das klingt nach Durchhalteparolen, aber es zeigt auch: GameStop gibt sich nicht mit einem Nein zufrieden. Ob das Mut oder Verzweiflung ist, bleibt offen.
Die Vorwürfe gegen eBays Management sind nicht neu. Kritiker bemängeln seit Jahren, dass das Unternehmen zu langsam auf Konkurrenz durch Amazon, Shopify und spezialisierte Marktplätze reagiert. Gleichzeitig hat eBay in den vergangenen Jahren mehrere Geschäftsbereiche abgestoßen, darunter StubHub und die Kleinanzeigen-Sparte. Die Frage, ob das strategische Weitsicht oder Kapitulation war, wird intern wie extern diskutiert. GameStop versucht nun, diese Unsicherheit zu nutzen.
Was steckt hinter der Offensive?
GameStop braucht eine Zukunft. Die Läden laufen nicht mehr, der Gebrauchtmarkt für physische Spiele schrumpft, und die Versuche, ins NFT-Geschäft einzusteigen, waren bestenfalls peinlich. Eine Übernahme von eBay wäre ein radikaler Pivot: weg vom Nischengeschäft, hin zu einer breit aufgestellten E-Commerce-Plattform. Auf dem Papier ergibt das Sinn. In der Praxis fehlt GameStop schlicht die Größe, die Infrastruktur und vermutlich auch das Kapital, um ein solches Vorhaben zu stemmen.
Dass das Angebot öffentlich gemacht wurde, obwohl es intern wohl längst als unrealistisch galt, deutet auf eine andere Strategie hin: Aufmerksamkeit. GameStop lebt seit 2021 davon, im Gespräch zu bleiben. Jede Schlagzeile hält die Aktie am Leben, jede Kontroverse mobilisiert die Community. Die Übernahme-Offensive könnte also auch ein PR-Manöver sein, um die eigene Relevanz zu unterstreichen und Investoren zu signalisieren: Wir haben große Pläne.
eBays Lage: Stabil, aber nicht strahlend
eBay ist kein Wachstumsstar mehr, aber das Geschäft läuft. Der Marktplatz hat eine treue Nutzerbasis, vor allem in Nischen wie Sammlerstücken, Ersatzteilen und Gebrauchtwaren. Die Plattform ist profitabel, die Marke bekannt. Gleichzeitig fehlt der Glamour. Amazon dominiert den Mainstream, Shopify die Creator Economy, und spezialisierte Plattformen wie Vinted oder StockX holen sich Stück für Stück Marktanteile.
Ein Übernahmeangebot von GameStop dürfte eBay daher weniger als Bedrohung denn als Kuriosum wahrnehmen. Die Absage war deutlich, aber nicht panisch. Das Unternehmen sieht sich offenbar nicht in der Position, Angebote verzweifelt prüfen zu müssen. Ob das Selbstbewusstsein oder Selbstüberschätzung ist, wird sich zeigen. Fakt ist: eBay hat in den vergangenen Jahren viel Vertrauen verspielt, bei Verkäufern wie Käufern. Die Gebührenstruktur ist komplex, der Käuferschutz oft frustrierend, und die Plattform wirkt technisch angestaubt. GameStop mag kein glaubwürdiger Käufer sein, aber die Frage, wer eBay langfristig übernehmen könnte, ist durchaus legitim.
Was bedeutet das für den Markt?
Die Episode zeigt, wie sehr sich die Machtverhältnisse im Tech- und E-Commerce-Sektor verschoben haben. Vor zehn Jahren wäre die Vorstellung, dass GameStop versucht, eBay zu kaufen, absurd gewesen. Heute ist sie immer noch absurd, aber nicht mehr undenkbar. Das liegt auch daran, dass die Grenzen zwischen Hype, Kapital und Substanz verschwimmen. Meme-Aktien mobilisieren Milliarden, SPACs versprechen schnelle Exits, und Narrativ zählt manchmal mehr als Geschäftszahlen.
Für eBay ist die Absage ein Statement: Wir lassen uns nicht von einem Unternehmen übernehmen, das vor allem durch Reddit-Trader und gescheiterte NFT-Experimente bekannt ist. Für GameStop ist die Offensive ein Signal: Wir geben nicht auf, auch wenn die Realität gegen uns spricht. Für den Rest der Branche ist es eine Erinnerung daran, dass Konsolidierung und Disruption Hand in Hand gehen und dass auch etablierte Player nicht mehr unantastbar sind.
Wie geht es weiter?
GameStop wird vermutlich nicht aufgeben. Ob das Unternehmen tatsächlich die Mittel hat, ein feindliches Übernahmeangebot durchzuziehen, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass die ganze Aktion Teil einer größeren Strategie ist, um Aufmerksamkeit zu generieren, Investoren zu beeindrucken oder intern Druck aufzubauen. eBay wird das Thema vermutlich abhaken und sich auf das operative Geschäft konzentrieren. Spannend wird, ob andere Interessenten auf den Plan treten. Ein schwächelnder Marktplatz mit solider Nutzerbasis könnte für Private-Equity-Firmen oder strategische Käufer durchaus interessant sein.
Bleibt die Frage: Ist das hier der Anfang einer ernsthaften Konsolidierungswelle im E-Commerce, oder nur ein bizarres Intermezzo? Was haltet ihr von GameStops Vorstoß?
— ursprüngliche News vom 4. Mai 2026 —
Es gibt Übernahme-Gerüchte, die überraschen. Und dann gibt es welche, bei denen man zweimal auf das Datum schaut, um sicherzugehen, dass es kein verspäteter Aprilscherz ist. GameStop, die Videospiel-Einzelhandelskette, die in den letzten Jahren vor allem durch Reddit-getriebene Aktienkurs-Eskapaden und eine schwierige Transformation ins digitale Zeitalter Schlagzeilen machte, soll angeblich ein Übernahmeangebot für eBay vorbereiten. Ja, richtig gelesen: GameStop will eBay kaufen.
Die Meldung: GameStop greift nach eBay
Anfang Mai berichtete zunächst Bloomberg Tech, dass eBay nach entsprechenden Berichten deutlich an der Börse zulegte. Wenige Tage später bestätigte Engadget, dass GameStop tatsächlich an einem Angebot arbeite, den Online-Marktplatz zu übernehmen.
Der Kaufpreis beträgt laut ersten Angaben 55,5 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am 4. Mai 2026 bekannt gab. Damit würde die einstige Videospiel-Einzelhandelskette einen der größten Online-Marktplätze der Welt unter ihre Kontrolle bringen.
Preis liegt beim 15-Fachen des Jahresumsatzes
Die Summe ist bemerkenswert hoch: GameStop zahlt etwa das 15-Fache des Umsatzes, den eBay im Jahr 2025 erwirtschaftet hat. Zum Vergleich: Solche Multiples sind selbst im Tech-Sektor ungewöhnlich. Üblich sind bei etablierten E-Commerce-Plattformen eher Faktoren zwischen drei und sechs. GameStop begründet den Preis mit erwarteten Synergien zwischen beiden Unternehmen, Details dazu bleiben aber vage.
Wie genau ein stationärer Händler mit schrumpfendem Kerngeschäft und eine Auktionsplattform mit stagnierendem Wachstum zusammenpassen sollen, wird sich zeigen müssen. GameStop hat in den vergangenen Jahren versucht, sich neu zu erfinden, nachdem der physische Verkauf von Videospielen zunehmend durch digitale Downloads ersetzt wurde. Die Transformation verlief holprig. Der Konzern experimentierte mit NFTs, baute ein Krypto-Wallet und versuchte sich als Meme Stock Phänomen zu monetarisieren. Keiner dieser Ansätze führte zu nachhaltigem Wachstum.
eBay als Rettungsanker oder Milliardengrab?
eBay selbst befindet sich seit Jahren in einer Defensive gegenüber Amazon und spezialisierten Marktplätzen. Die Plattform ist profitabel, aber nicht mehr die erste Anlaufstelle für Online-Käufer. Der Verkauf von PayPal 2015 und der Verzicht auf eigene Logistik-Infrastruktur haben eBay zwar schlanker, aber auch weniger relevant gemacht. Was GameStop mit dieser Übernahme erreichen will, bleibt unklar. Laut Unternehmensangaben sollen Synergien die hohe Bewertung rechtfertigen, konkrete Pläne wurden bisher nicht vorgelegt.
Man kann spekulieren: Vielleicht plant GameStop, seine Handelskompetenz für gebrauchte Spiele und Konsolen auf eBays Plattform zu skalieren oder das Unternehmen hofft, durch den Zugang zu eBays Nutzerbasis neue Vertriebswege für physische und digitale Produkte zu erschließen. Beides klingt nach Strategien, die auch ohne 55,5 Milliarden Dollar Kaufpreis umsetzbar wären.
Einordnung: Ein Deal mit vielen Fragezeichen
Die Übernahme reiht sich ein in eine Phase großer Übernahmeangebote im Medien- und Tech-Sektor. Doch während Paramount und Warner Bros. zumindest inhaltlich verwandte Geschäftsmodelle verfolgen, bleibt die strategische Logik hinter GameStop und eBay nebulös. Die Bewertung ist ambitioniert, die Synergiepotenziale unklar, und beide Unternehmen kämpfen mit strukturellen Problemen in ihren Kernmärkten.
GameStop hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es eine treue Community mobilisieren kann. Ob diese Loyalität ausreicht, um eine der größten E-Commerce-Übernahmen der letzten Jahre zu rechtfertigen, ist eine andere Frage. Die Finanzierung des Deals ist bisher nicht im Detail bekannt. Angesichts der Größenordnung dürfte GameStop auf externe Kapitalgeber oder eine Mischung aus Aktien und Fremdkapital setzen müssen.
Bleibt die Frage: Ist das der verzweifelte Versuch eines Unternehmens, sich durch Größe zu retten? Oder steckt hinter der Übernahme ein Plan, den wir erst in ein paar Quartalen verstehen werden? Was haltet ihr von dem Deal?
