Ningtendo PXBOX 5 – Maker baut 3-in-1-Konsole aus PS5, Xbox und Switch 2 mit Mac Pro Kühltrick 3-in-1-Konsole, PS5/Xbox/Switch-2-Umschaltung
Eine YouTuberin kombiniert PS5, Xbox und Switch 2 in einer 3-in-1-Konsole mit gemeinsamem Netzteil, HDMI und zentraler Kühlung. Der Kühlaufbau orientiert sich am Mac Pro 2013 und nutzt einen gegossenen Aluminiumblock plus Kupferplatte. Per Knopfdruck schaltet das System in unter fünf Sekunden zwischen den Plattformen um.
Ihr kennt das: Unter dem TV stapeln sich Konsolen wie Tupperdosen nach einer WG-Party und jedes Mal steckt ihr ein anderes HDMI-Kabel um. Eine YouTuberin hat sich davon so genervt gefühlt, dass sie kurzerhand drei Systeme in ein Gehäuse gepackt hat und zwar PS5, Xbox und Switch 2. Das Ergebnis nennt sie augenzwinkernd „Ningtendo PXBOX 5“: eine 3-in-1-Konsole, die per Knopfdruck zwischen den Plattformen umschaltet und dabei Netzteil, HDMI und ein gemeinsames Kühlsystem teilt.
(Quelle: YouTube @xnzxnz)
Drei Konsolen, ein Gehäuse – Umschalten in unter 5 Sekunden
Die Grundidee ist simpel: Statt drei Geräte nebeneinander zu betreiben, bleiben die Hauptplatinen im Gerät verbaut, und ein Schalter (plus Arduino und Zusatzplatine) übernimmt das Umschalten. Laut Projektbeschreibung dauert der Wechsel zwischen den Konsolen weniger als fünf Sekunden. Die Status-LED wechselt dabei die Farbe, und das Bild springt auf die jeweils aktive Plattform. Parallel „alles gleichzeitig spielen“ ist damit eher Marketing-Formulierung als echter Parallelbetrieb: Praktisch läuft immer eine Konsole aktiv, während die anderen in einen stromsparenden Zustand gehen.
Wo das Volumen steckt: Netzteil und Kühlung
Beim Zerlegen der Konsolen fiel auf: Mainboards sind relativ kompakt, aber Kühlkörper und Netzteile fressen Platz. Seine Lösung: Ein gemeinsames System für beides. Für die Stromversorgung setzt er auf ein 250-W-PC-Netzteil, weil PS5 und Xbox im Standby angeblich nur wenige Watt ziehen. Wichtig dabei: Sie plant explizit nicht, zwei Spiele parallel laufen zu lassen, sonst wäre die Leistungsreserve schnell weg.
Bei der Switch 2 bleibt es nicht bei „einfach mit reinstecken“: Sie soll herausnehmbar bleiben (Handheld eben). Deshalb bekommt sie eine eigene Dock-Lösung mit USB-C-Verlängerung und einer Art „Toaster“-Mechanik, der sie per Druckknopf auswirft.
Der spannendste Teil: Kühlung nach Art des Mac Pro „Trash Can“
Der Clou steckt in der Thermik. Als Vorlage dient der Mac Pro 2013 („Trash Can“) mit seinem zentralen, dreieckigen Kühlkern: ein triangularer Prismenkörper, an dessen drei Seiten Platinen anliegen, während ein Lüfter die warme Luft nach oben abzieht. Genau dieses Layout überträgt die YouTuberin auf die Konsolen-Hardware. Unter dem Kühlblock sitzt ein 120-mm-Lüfter, der Luft von unten nach oben drückt.
Damit das nicht nur wie Sci-Fi aussieht, sondern auch funktioniert, baut er den eigentlichen Kühler als massiven Metallblock, mit einer Kontaktplatte aus reinem Kupfer zur besseren Wärmeverteilung. Flüssigmetall wie bei der originalen PS5 nutzt sie nicht, sondern setzt auf klassische Wärmeleitpaste, weil die Auflagefläche groß genug ist.
Lost-PLA-Casting: Alu-Kühlkörper aus dem 3D-Drucker „gegossen“
Statt den Kühlkörper teuer CNC-fräsen zu lassen, wählt sie einen Bastler-Umweg: Gießen nach Lost-Wax-Prinzip, nur eben mit PLA. Sie druckt ein PLA-Modell, bettet es in hochtemperaturfesten Gips ein, entlüftet die Form im Vakuum und brennt das PLA über mehrere Heizstufen aus. Danach gießt er flüssiges Aluminium bei rund 700 °C in die Form. Der erste Versuch scheitert teilweise (zu dicht gesetzte Finnen, zu schnelle Erstarrung), der zweite Versuch klappt deutlich besser, bis auf kleine Lufteinschlüsse auf einer Seite wo später die Switch 2 sitzen soll und daher akzeptabel seien.
Funktionstest: Elden Ring läuft, Temperaturen bleiben im Rahmen
Im Test läuft Elden Ring über längere Zeit ohne Überhitzungswarnung. Als Messwert werden rund 60 °C in dem Bereich des Kühlblocks nach etwa einer halben Stunde genannt. Das ist kein Labor-Review, aber es zeigt: Das Kühlkonzept ist nicht nur Deko, sondern offenbar alltagstauglich, zumindest für das Setup, das er gebaut hat.
Einschätzung
Das Projekt ist eine herrlich nerdige Mischung aus „Warum eigentlich nicht?“ und „Bitte macht das nicht ohne Erfahrung“. Technisch ist vor allem die Idee interessant, Kühlung und Stromversorgung zu zentralisieren, statt drei komplette Gehäuse mitzuschleppen. Gleichzeitig bleibt es ein Einzelstück mit vielen beweglichen Teilen: Stromführung, Standby-Logik, thermische Reserven und mechanische Dock-Lösung müssen langfristig stabil laufen. Trotzdem: Als Kommentar zur Konsolenwelt ist das Ding ziemlich treffend und als Hommage an den Mac-Pro-Trash-Can fast schon poetisch. Würdet ihr so ein 3-in-1-Gerät bei euch wirklich unter den TV stellen, oder ist euch die klassische „drei Kisten“-Realität am Ende doch lieber?




