Star Citizen knackt die Milliarden-Marke Star Citizen, Crowdfunding, Early Access

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Star Citizen hat 14 Jahre nach Projektstart eine Milliarde Dollar an Finanzierung erreicht und ist damit das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt der Spielegeschichte. Trotz des enormen Budgets bleibt das Weltraum-Epos im Early Access, ohne absehbaren Release-Termin für das Hauptspiel oder die Singleplayer-Kampagne Squadron 42. Die Meldung wirft die Frage auf, ob das Projekt jemals fertiggestellt wird oder der dauerhafte Alpha-Status zum Geschäftsmodell geworden ist.

Star Citizen knackt die Milliarden-Marke

Es gibt Projekte, die werden zur Legende, bevor sie überhaupt fertig sind. Star Citizen ist eines davon. Das Weltraum-Epos von Chris Roberts hat jetzt die Milliarden-Dollar-Marke geknackt. Eine Milliarde. In Zahlen: 1.000.000.000 US-Dollar an Finanzierung über die gesamte Laufzeit. 14 Jahre nach der ersten Ankündigung. Und das Spiel ist immer noch im Early Access, ohne absehbaren Release-Termin. Auch die lange angekündigte Singleplayer-Kampagne Squadron 42 bleibt ohne konkretes Veröffentlichungsfenster.

Die Milliarde ist voll

Das Geld stammt größtenteils aus Crowdfunding, Schiffsverkäufen und anderen In-Game-Käufen. Kein Publisher im Rücken, keine klassische Investorenrunde. Die Community trägt das Projekt seit 2012, als die Kickstarter-Kampagne startete und innerhalb kürzester Zeit Millionen einsammelte. Damals war die Rede von einem Release 2014. Heute, zwölf Jahre später, steht das Spiel weiterhin als Alpha-Build da.

Die Zahl ist beeindruckend, keine Frage. Sie macht Star Citizen zum finanziell erfolgreichsten Crowdfunding-Projekt der Spielegeschichte. Gleichzeitig ist sie ein Monument der Geduld, oder je nach Perspektive: der Frustration. Denn während die Finanzierung wächst, bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Wann ist das Spiel fertig?

Neun Jahre Early Access, 14 Jahre Entwicklung

Die Formulierungen in den Meldungen variieren leicht. Engadget spricht von neun Jahren Early Access, andere Quellen betonen die 14 Jahre seit der ersten Ankündigung. Beides stimmt. Der spielbare Alpha-Build ist seit 2017 öffentlich zugänglich, die Entwicklung selbst läuft seit 2012. Das Projekt hat inzwischen mehr Zeit in Anspruch genommen als die Entwicklung von GTA V, The Witcher 3 und Cyberpunk 2077 zusammen. Und es ist nicht absehbar, wann Version 1.0 kommt.

Auch Squadron 42, die Singleplayer-Kampagne mit prominenter Besetzung (Mark Hamill, Gary Oldman, Gillian Anderson), bleibt ein Phantom. Ursprünglich für 2016 angekündigt, dann verschoben, dann in eine Art Kommunikationspause versetzt. Es gibt Gameplay-Trailer, es gibt Fortschrittsberichte, aber keinen Release-Termin. Das ist kein Versehen, sondern Programm. Cloud Imperium Games, das Studio hinter Star Citizen, kommuniziert seit Jahren vorsichtig bis gar nicht über konkrete Zeitpläne.

Geld gegen Geduld

Was alle drei Meldungen verbindet: der Kontrast zwischen finanzieller Potenz und inhaltlicher Ungewissheit. Eine Milliarde Dollar ist mehr Budget, als die meisten AAA-Titel jemals sehen. Rockstar hat für die Entwicklung und das Marketing von GTA V geschätzt zwischen 200 und 300 Millionen Dollar ausgegeben. Star Citizen hat das Dreifache und mehr. Und trotzdem gibt es keinen Releasetermin, keine Roadmap mit festem Enddatum, keine klare Definition, was „fertig“ überhaupt bedeutet.

Das Geschäftsmodell ist einzigartig. Spieler kaufen Raumschiffe, manche für hunderte, manche für tausende Dollar, lange bevor das Spiel existiert. Sie finanzieren die Vision, nicht das Produkt. Das funktioniert, solange die Vision lebendig bleibt. Und offenbar tut sie das. Die Finanzierung steigt Jahr für Jahr, die Community bleibt aktiv, die Diskussionen hitzig. Aber die Frage, ob Star Citizen jemals das einlöst, was versprochen wurde, bleibt offen.

Einordnung: Vision oder Vaporware?

Star Citizen ist kein Scam, das lässt sich mit Sicherheit sagen. Es gibt ein spielbares Produkt, es gibt regelmäßige Updates, es gibt ein Studio mit hunderten Mitarbeitern. Aber es ist auch kein fertiges Spiel. Es ist ein Dauerzustand, eine ewige Beta, ein Versprechen auf Raten. Und genau das macht es so schwer zu bewerten.

Für die einen ist es das ambitionierteste Projekt der Spielegeschichte, ein Beweis dafür, dass Crowdfunding auch ohne Publisher funktioniert. Für die anderen ist es ein Mahnmal für Feature Creep, mangelndes Projektmanagement und die Gefahren von unkontrolliertem Scope. Beides lässt sich nicht sauber trennen. Chris Roberts hat eine Vision, die so groß ist, dass sie möglicherweise nicht umsetzbar ist. Oder zumindest nicht in absehbarer Zeit.

Die Milliarde zeigt vor allem eines: Es gibt eine zahlungskräftige, loyale Community, die bereit ist, auf ein Versprechen zu warten. Wie lange noch, ist die andere Frage. Irgendwann wird auch Geduld knapp, selbst bei den Gläubigsten. Und wenn Squadron 42 weiterhin ohne Termin bleibt, wenn die Alpha immer neue Features bekommt, aber nie den Status verlässt, dann wird aus Geduld Resignation.

Ausblick: Wann kommt der Release?

Die ehrliche Antwort: Niemand weiß es. Cloud Imperium Games hat sich in den letzten Jahren konsequent geweigert, konkrete Termine zu nennen. Verständlich, nach so vielen verpassten Deadlines. Aber es macht die Situation nicht weniger absurd. Ein Spiel, das eine Milliarde Dollar eingesammelt hat, sollte eigentlich irgendwann fertig sein. Sollte.

Vielleicht ist Star Citizen das erste Spiel, das nie released wird, weil es nie fertig werden muss. Solange die Finanzierung fließt, solange die Community zahlt, gibt es keinen wirtschaftlichen Druck, den Early Access zu verlassen. Das ist zynisch, aber nicht unrealistisch. Die Frage ist, ob das auf Dauer gutgeht. Oder ob irgendwann die Stimmung kippt und aus dem teuersten Crowdfunding-Projekt der Geschichte das teuerste Mahnmal wird.

Was denkt ihr: Wird Star Citizen jemals erscheinen, oder ist der ewige Early Access das eigentliche Geschäftsmodell?

Kay

Mein Name ist Kay und ich beschäftige mich bereits seit über 20 Jahren mit Technik und Entertainment. Neben NerdsHeaven interessieren mich vor allem Smartphones, Games und PC-Hardware.

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