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Amazfit GTR Testbericht – ab 108€

Varianten * 11.11.2019 - 13:15 Uhr aktualisiert zzgl. Versand. Beim Import aus dem Nicht-EU-Ausland werden 19% EUSt fällig und es können Zollkosten ab 150€ Warenwert hinzukommen. (Weitere Infos)

Hier findest du unseren Video-Testbericht.

Die ersten Amazfit Smartwatch Uhren konnten schon vollends überzeugen. Mit der sehr schicken Amazfit GTR ab 108,00€ auf De.gearbest.com wird sich das wohl kaum ändern. Durch das Xiaomi Ecosystem weiß man was man für sein Geld bekommt: eine einfache, gute App Anbindung und viele gesammelte Daten in schönen Statistiken. Die Smartwatch nutzt wie gewohnt ein 1,39 Zoll großes Display, die Auflösung hier liegt aber bei hohen 454×454 Pixel. Deutlich mehr als bei herkömmlichen, smarten Uhren. Mit GPS, Wassserdichtigkeit und vielen vorgefertigten, abrufbaren Sportprofilen, Schlafüberwachung und Pulsmessung ist alles bei was man benötigt: Ebenso eine sehr gute Akkulaufzeit von bis zu 24 Tage.

Mit den ersten Amazfit Smartwatches konnte Xiaomi schon voll punkten und absahnen. Viele negative Punkte gab es nämlich kaum. Lediglich die Englische Sprache zum Verkaufsstart war für den einen oder anderen hinderlich. Die Funktionen konnten schon damals absolut überzeugen. Mit der brandneuen Amazfit GTR wird sich das wohl kaum ändern. Die Features der Smartwatch sind ähnlich der ersten Uhren, wurden im Detail aber weiter verbessert. Gerade wenn es um die Akkulaufzeit geht, kennen die Käufer kein Erbarmen. Mit dem 410mAh großen Akku soll nun eine Laufzeit von bis zu 24 Tagen erreicht werden. Wie genau oder gut das umgesetzt wird kann man so nicht abschätzen. Immerhin bietet das große AMOLED 1,39 Zoll eine nicht zu verachtendene 454×454 Pixel Auflösung. Gerade wer massiv mit GPS Unterstützung unterwegs ist, wird diese Laufzeit vermutlich nicht erreichen. Wenn man hier jedoch 5-7 Tage Nutzbarkeit herausholt wäre das schon sehr gut.

Die Uhr ist für 5ATM wasserdicht, besitzt einen rückseitigen Pulsmesser und verschiedene Sensoren (6-Achsen Beschleunigungssensor, Geomagnetischer Sensor, Luftdruck Sensor, Umgebungslichtsensor, Kapazitätssensor) um die Bewegungen und sportlichen Aktivitäten zu tracken. Um das volle Potential der Smartwatch zu entfalten muss man die App für Android oder iOS (via Bluetooth 5.0) nutzen, denn dort werden alle gesammelten Daten anschaulich in übersichtlichen Tabellen und Statistiken dargestellt. Ebenso lassen sich so schnell neue Watchfaces oder wichtige Updates laden. Die Datensammlung umfasst neben Schritte, Geschwindigkeit, zurückgelegter Strecke/km, GPS (GLONASS), Pulsmessung (auch 24h), Schlafüberwachung und Bewegungserinnerung die bereits erwähnten Sportprofile. Ebenfalls kann man sich eingehende Systeminformationen des gekoppelten Smartphones oder eingehende Nachrichten der verschiedenen Messenger anzeigen lassen. Natürlich gibt es auch noch normale Funktionen wie Wecker, Stoppuhr, Wettervorhersage und co. im System  zu finden.

Über den verbauten SOC ist momentan nicht viel bekannt, zumindest besitzt die Uhr 16MB RAM und nutzbare 64MB Speicherplatz was natürlich ebenfalls für ein rudimentäres eigenes Betriebssystem spricht. Wer autark Sport betreiben und der Musik lauschen möchte wird hier schnell unter Speicherplatzmangel haben, alternativ lässt sich die  Musik aber auch per remote controll auf der Uhr zum Smartphone steuern.
Die Maße der Uhr belaufen sich auf 47,2mm x 47,2mm x 10,7mm, das wechselbare Armband misst 197mm x 21mm x 9mm und besteht aus Silikon bzw. Leder. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl oder Aluminium, je nach dem für welches Modell man sich letztendlich entscheidet.

Was die Systemsprache betrifft wird man hier anfänglich wohl nur die Wahl zwischen chinesisch und englisch haben. Ob es eine Globale Version oder wie beim Mi Band 3/4 ein Update für deutsche Menüs geben wird ist momentan nicht bekannt.

  • Auf Amazon ist die Import Smartwatch noch nicht gelistet. (Stand 22.07.2019)

Testberichte / Erfahrungen / Meinungen

Optik/Verarbeitung Akku und GPS

Optisch ist die neue Xiaomi Amazfit GTR ein absoluter Hingucker, gut verarbeitet und durch den Mix aus Kunstleder auf der Oberseite und des Silikons auf der Innenseite auch wirklich für den Sport oder zum schwimmen geeignet. An der Optik und der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern. Nur das der graue Rand der Uhr etwas empfindlich und leicht Kratzer anfällig ist. Das Display selbst ist wohl das Highlight: groß, hell super aufgelöst. Dank eines Updates nun auch mit Always on Funktion.

 

Hierbei verbraucht man aber deutlich mehr Akku. Gleiches gilt für den Einsatz von GPS. Wer diese Funktion regelmäßig nutzt muss auch deutlich öfters die Smarte Uhr beladen. Wer sie nur als Informationsanzeige und Fitnesstracker (ohne aktives GPS) nutzt kommt je nach Nutzung ganz locker 3-4 Wochen weit. Mit regelmäßiger GPS Nutzung verringert sich die Laufzeit schnell um die Hälfte. Aber selbst wenn man dann 1x die Woche oder alle 8 Tage am aufladen ist, ist es noch ein sehr guter Wert. Allerdings dauert das erste initialisieren des GPS Signals mal eben 2-3 Minuten. Wenn dies geschehen ist erfolgt es meist in 30 Sekunden bei nachfolgenden Verwendungen. Die Verbindungszeit zu den Satelliten ist dennoch nicht flott und bei anderen Geräten deutlich schneller. 

 

(die Diskrepanz der Strecke der fehlenden 300 Metern list dem geschuldet das ich mich schon bewegt habe, dies daraufgerechnet, fehlen dennoch 50 Meter.)

Die Genauigkeit ist soweit in Ordnung schwankt aber leider auch im Vergleich zu anderen Trackern. Meist ist die zurückgelegte Strecke etwas kürzer. In meinem Fall bei 2,38km schon um 50m. Im direkten Vergleich nutze ich die Polar M400 die flotter das GPS Signal findet und auch das sauberere Tracking auf der Map/Karte hatte. Bei kürzeren Strecken sicher weniger das Problem, bei Marathon Vorbereitungen weit über 10km rechnet sich da schon einiges zusammen das in der Amazfit GTR weniger gemessen wird. Wer ein genaues und schnelles GPS tracking ohne Aussetzer sucht muss wohl oder übel zu einer anderen Uhr greifen. Mit kommenden Updates kann sich dies aber auch noch ändern. Ein Update für eine schneller GPS Anbindung kam aber schon.
Hinweis an die iOS Nutzer: hier soll die Amazfitt app noch extrem am Akku saugen.

Das System & eingehende Nachrichten+Vibration

Die Bedingung des hellen aber auch automatisch dimmbaren Display ist sehr gut. Fehleingaben gibt es eigentlich nicht. Das System ist simpel strukturiert und man findet sich schnell zurecht. Allerdings sind die Übergänge bei seitlichen Bewegungen im Hauptmenü (links /rechts) für ein paar rudimentäre Daten nicht so flüssig und sauber. Das kennen wir deutlich besser. Im Kern der anderen Menüs /von unten nach oben wischen) sieht es besser aus. Alles was man so braucht ist auch zu finden, sei es Kalender, Stoppuhr, die unterschiedlichsten Sportprogramme, eingehende Nachrichtern Musik Steuerung und Co. Ebenso lassen sich absolvierte Trainingseinheiten anschauen.

Bei eingehenden Nachrichten werden aktuell noch nicht alle Apps komplett unterstützt. Lesbar sind zB. WhatsApp und Instagram, bei Telegram und Facebook wird nur der Name und die Uhrzeit angezeigt. Eventuell ändert sich das auch mit kommenden Updates. Das beantworten muss aber nach wie vor am Smartphone erfolgen. 

Hier kommt der nächste etwas nervige Punkt: der Vibrationmotor ist einfach zu laut. Er ist von der Umgebung bzw. nahe stehenden Personen hörbar. Das ist der Sinn einer Vibration am Arm völlig verflogen wenn es andere auch wahrnehmen. In der App lassen sich zwar Vibrationsmuster erstellen, das ändert aber nichts an der unsauberen, zu lauten Vibration.

Pulsmessung

Der Sensor dazu befindet sich wie gewohnt auf der Unterseite. Wer mag kann sich rund um die Uhr überwachen lassen, spätestens in den Sport Profilen aktiviert er sich aber.  Im ganzen gesehen sind die Werte brauchbar und gut, dienen dennoch nur als Richtwert. Das Problem liegt darin das der rechte oder auch linke Arm weiter vom Herzen entfernt sind und so niemals 100% identisch sein können, zudem sitzt die Uhr am Handgelenk auf, bei starken Bewegungen drückt man aber eventuell mit der Hand die Uhr etwas weg, schon ist der Hautkontakt nicht mehr gegeben. 

 

Oft wird so auch nicht der korrekte Puls gemessen, meist im Ruhezustand etwas zu hoch und unter Belastung etwas niedriger. Weiß man das nicht: kein Problem. Hat man aber einen Vergleich mit einem zb. Polar M400 Bluetooth Brustgurt sieht man schnell was besser funktioniert.  Der Unterschied ist aber überschaubar bei 10bpm.  Dennoch soweit alles im Alltag und beim Sport brauchbar und verwertbar. 🙂

Schrittzähler

Dieser funktioniert ziemlich gut und bietet soweit eine genaue Zählung. Greift aber (wie andere Uhren  sicher auch) auf einen Algorithmus zu, der die Bewegungen vorberechnet. Dementsprechend gibt es keine 100% genaue Messung aber dennoch sind die Werte realistisch. Gerade wenn man seinen täglichen Ablauf kennt stellt man das fest. Sicherlich gibt es Abweichungen die sich aber in Grenzen halten.

Schlafüberwachung

Vermutlich mag diese Funktion gut klappen, da ich zB. aber eher unruhig schlafe und mich aktiv umdreh, meist mit dem Ellbogen aufgestützt, registriert die Uhr das entsprechend, aber eben falsch gewertet. Meine Schlafzeit lag meist nur bei 4-5 Stunden das definitiv falsch ist, denn meist liege ich zwischen 23:00 und 7:30 Uhr im Bett.  Ein anderer kleiner aber auch nervender Punkt: das Display schaltete sich bei größeren Bewegungen immer ein und blendete durch die Postion beim schlafen direkt. Auch auf geringster Helligkeitsstufe.

 

Vermutlich kommen daher die falschen Werte und Messungen bei mir. Allerdings muss ich zugeben, so eine Schlafüberwachung macht man vermutlich auch nur 1-5 mal und dann merkt man schnell das die Uhr dafür zu groß ist und am Handgelenk störend sein kann. Zudem merkt man ja wenn man nicht gut geschlafen hat und wann nicht. 😉

Die Amazfit App

Grundsätzlich hat sich hier nicht viel verändert, ganz einfach oder übersichtlich ist es immer noch nicht. Alternativ kann man aber auch andere kostenfreie oder bezahl Apps nutzen Die machen das besser. Für eine einfache Übersicht ist sie dennoch gut nutzbar. Die einzelnen Messungen können angetippt werden um die detaillierte Statistik zu bekommen, sei es die zurückgelegten Schritte, die Schalfüberwachung oder die absolvierten Trainingseinheiten, bei genutzten GPS auch mit Karte. 

 

Ebenso lassen sich kleinere Anpassungen finden um die Trageseite, den automatische Pulsmessung sowie die Vibrationsart anpassen. Die Watchfaces können hier natürlich auch verändert werden, eine recht große Auswahl von mehr oder weniger schönen Design ist frei wählbar. Das Übertragen nimmt ca. 30 Sekunden in Anspruch.

Fazit

Kurz gesagt: die Amazfit GTR möchte mehr sein als sie tatsächlich ist. Die nutzbaren Funktionen sind umfangreich und soweit ausreichend. Eingehende Anrufe und Nachrichten werden angezeigt, die Uhr selbst verfügt aber über kein Mikro oder einen Lautsprecher. Die Akkulaufzeit kann gigantisch sein (ohne GPS) mit aktiviertem GPS aber auch noch ziemlich gut. Obwohl sich da die Meinungen stark unterscheiden. Ich kann eben auch nur für meine Erfahrungen sprechen. Das GPS macht mir aktuell aber einfach noch etwa Sorgen. Klar ist das initialisieren nun etwas schneller, aber auch auf kleinere Strecke gibt es schon Abweichungen. Aussetzer beim Tracken hatte ich nicht, soll es aber auch gelegentlich geben. Eventuell hat sich das mit dem letzten Update aber auch verbessert. Am nervigen Vibrationsmotor wird sich leider nichts ändern Ausschalten macht eben aber auch nur bedingt Sinn.
Erfreulicherweise kann sich durch zukünftige Updates aber da noch einiges verbessern. Wer auf die schicke aber auch große Optik verzichten kann ist sicher mit den günstigeren Amazfit Bip Uhren oder dem einfachen aber ebenso tollen Xiaomi Mi Band 4 ebenso sehr gut beraten. Für die stylischen Sportler unter euch die auf präzises und schnelles GPS verzichten können ist es aber sicher dennoch eine gute Wahl. 

Features

  • 1,39″ AMOLED 454×454 Pixel
  • Bluetooth 5.0
  • Pulsmesser, GPS, 5ATM
  • 410mAh

Video

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7 Kommentare
  1. Björn Winterberg
    Björn Winterberg sagte:

    Ob GearBest sich da mit den Speicherdaten vertan hat? Das wäre ja deutlich weniger, als bei den Vorgängermodellen (512 MB/4 GB)?

  2. LocSec
    LocSec sagte:

    Also entweder haben die sich verschrieben oder es ist wirklich so . Was will Man dann mit dieser Uhr bei den massiven Resorcen.

  3. Shutullu
    Shutullu sagte:

    Wo hier grad die Honor Watch Magic angesprochen wird, die ich sehr gut fand, da die Benachrichtigungen mir da sehr gefallen haben.
    Wenn ich aber dann die Benachrichtigungen an der Uhr nicht gelöscht habe aber am Handy wurde die Benachrichtigung gelesen, dann waren die Nachrichten noch immer auf der Uhr zu finden.
    Wenn bei der GTR eine nachricht ankommt und ich lese diese am Handy, verschwindet die dann auf der Uhr? egal ob an der Uhr gelesen oder nicht?
    Ich hoffe das kam verständlich rüber.

    Das ist für mich eine der meist genutzten Funktionen, weil mein Handy dauerhaft stumm ist.

  4. Ronny
    Ronny sagte:

    Bei der GTR hab ich nie gespeicherte Nachrichten abrufen könne, wenn sie eintreffen kann ich sie lesen. Hab ich sie am Handy gelesen waren sie auf der GTR auch weg/gelesen.
    Grüße Ronny

  5. Shutullu
    Shutullu sagte:

    Genial, genau so hab ich mir das vorgestellt, aber ich denke bei der Honor Watch war es nur ein noch fehlendes Feature oder ein Bug, denn das sollte ein normales essentielles Feature sein.

    Vielen dank.

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